Allen Leserinnen und Lesern einen schönen 3. Advent!
Pigor und Eichhorn
Ich freu mich schon! Heute Abend in Friedrichshagen:
Lieblingsschilder – 1. Die Klassiker
Lieblingsclips
Alles Liebe zum Nikolaustag!
So spricht Berlin … Balinan füa alle, wa! (2. Lektion)
Das ßett
Heute geht es um einen leicht erlernbaren Aspekt des Berlinerischen, der sich schnell, gut und einfach im Alltag einsetzen lässt.
In Berlin wird der Buchstabe „Z“ vor allem am Wort- und Silbenanfang wie „eszett“ gesprochen, also als scharfes „S“. Der Grund: Wir sprechen sehr gerne schnell und viel, und es ist doch sehr aufwändig und zeitraubend (ßeitraumd), den Mund für ein klar artikuliertes „Zett“ so weit auseinanderzureißen, dass man eine jrüne Jurke quer essen könnte.
Für unser gemütliches ßett ist es vollkommend ausreichend, mit halb geschlossenem Munde einmal kurß durch die ßähne ßu ßischen. Demzufolge heißt es auch: Bahnhof ßoo, ßijarette, ßebrastreifen, ßwei ßitronen, ßuckaßange und ein ßentna ßement. Alles klar?
Achtung! Die vorgenannte Erläuterung bedeutet nicht, dass wir kein Zett sprechen können oder wollen! Es bieten sich durchaus Gelegenheiten, mit einem deutlichen Zett zu protzen, und zwar dort, wo es nicht hingehört – in Fremdwörtern, beispielsweise aus dem Englischen oder Französischen. Deshalb heißt es: Europazenter und Zenktre Frankzeh, wir kennzeln einen Termin, ick beßahle fuffßich zent und jeh innen zeiberschpez.
(Überjesetzung: Europacenter, Centre Francais, wir canceln einen Termin, ich bezahle fünfzig Cent und gehe in den Cyberspace.)
Als extrem albern und daher bei mancher Gelegenheit durchaus als passend gilt die eigentlich unberlinerische Variante „Zurriwurst“ – aber Vorsicht! Nicht alle können sich daran erfreuen. Denn wir alle wissen: Bei die Currywurst hört für viele überßeuchte Balina der Spaß uff.
Bis ßum nächsten Mal!
Icke von umme Ecke
Lieblingsclips
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen wunderbaren 2. Advent!
Nicht vergessen … nix wie hin!
Nicht vergessen …
Der Treffpunkt für alle, die schreiben oder schreiben wollen:
Friedenauer Autorenstammtisch am 7. Dezember um 17.00 Uhr
im Hell oder Dunkel, Laubacher Straße 28 in Berlin-Friedenau (Nähe Bundesplatz).
Diesmal ist der Reporter Rolf Kremming als Experte zu Gast.
… nix wie hin!
Lieblingsschilder – 2. Newcomer
So spricht Berlin … Balinan füa alle, wa! (1. Lektion)
Wir starten mit einer ganz einfachen Übung. Dafür wenden Sie bitte Ihren Blick der Überschrift dieses Beitrags zu. Hier entdecken Sie problemlos die kurze Silbe „wa“.
Bei dieser Buchstabenkombination, die sich höchstwahrscheinlich aus dem Wort „was“ entwickelt hat, handelt es sich um ein Multifunktionstool zur Belebung von Dialogen. „Wa“ dient im Allgemeinen der Bestätigung in daher so genannten Bestätigungsfragen. Hierbei gibt es eine nahe Verwandtschaft mit folgenden anderen Dialektspezialitäten: gell, woll, nich bzw. nicht wahr – um nur einige zu nennen. Unser Berliner „wa“ hat meist ein sichtbares oder unsichtbares Fragezeichen im Gefolge.
Beispiel: Du kennst doch den Sohn von Kalle, wa?
Allerdings kann das „wa“ in der Praxis auch an jeder anderen Position im Satz eingesetzt werden. In schnellen Erzählungen dient es zudem als Mittel, um das Tempo zu steuern, die Spannung zu steigern und um sich insgesamt dem Gesprächspartner verbal anzunähern.
Beispiel: Ick denk noch, wa, der Alte hatse nich mehr alle, wa, und denn, wa, du gloobßnich, wa, watta jesacht hat, wa!
Auch der Einsatz am Anfang eines Satzes ist üblich und besitzt einen gewissen Charme, besonders in Kombination mit dem auffordernden „ey“. Hier zeichnet die gedankliche Klammer durch ein schließendes „wa“ den Sprecher aus: Man erkennt nicht nur den Wunsch nach Ordnung und Harmonie, sondern auch die souveräne Beherrschung des Dialekts.
Beispiel: Wa ey, dit hättste nich jedacht, wa?
Hängen Sie also hin und wieder ein kleines „wa“ als Bestätigung ans Satzende oder verzieren Sie Ihre Erzählungen hier und da mit einem „wa“. Einfach mal probieren!- Und schon sind Sie auf dem besten Wege zum gekonnten Berlinern.
Bis zum nächsten Mal …
Icke von umme Ecke

