Filmtipps für Anspruchsvolle

Und hier geht’s mal wieder zu einer meiner Rezensionen auf www.programmkino.de:


http://www.programmkino.de/cms/links.php?id=1846

Originell und witzig …
Viel Spaß im Kino!

Berlinale-Krümel

Ciao, Berlinale 2012!
18 Filme, 8 Empfänge (morgens, nachmittags, abends), 3 Panels  bzw. Podiumsgespräche, anderthalb freie Tage.
Und was noch viel wichtiger ist: Ich habe viele liebe Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen wiedergetroffen. Mit einigen bin ich essen gegangen oder einfach mal umme Ecke uffn Kaffe – und hab dafür einen Film sausen lassen. Das hätte ich vor zwanzig Jahren niemals getan!
Also ein ganz gemütliches Festival … so kann’s weitergehen: Willkommen, Berlinale 2013!



Berlinale-Krümel

Donnerstag, 17. Februar 2012
Wer sich als akkreditierter Berlinale-Gast einen schönen Tag mit spannenden Filmen und freundlichen Menschen in angenehmer Atmosphäre gönnen möchte, der besucht die inzwischen schon traditionellen Programmkino-Previews. Hier gibt es keine nervösen Journalisten, keine hektischen Fotografen, keine aufgeregten Teenies oder Autogrammjäger, kein Gezerre, kein Geschiebe, kein Gezeter. Denn hier treffen sich die Arthouse-Kinoleute, um vorab Filme zu sehen, die in den nächsten Monaten anlaufen.

Der gemeine Filmkunst-Kinomensch (homo cinematographicus artistis, im weiteren Verlauf: FKM) betreibt ein oder mehrere Arthouse-Kinos und/oder einen Filmverleih, der Filmkunst ins Kino bringt. Er liebt alles, was mit Film und Kino zu tun hat, und beherrscht eine Unzahl unterschiedlicher Tätigkeiten, zu denen neben Buchhaltung und Filme vorführen auch Kartenverkauf, Plakatgestaltung und Saal putzen gehören. 
Ein FKM steht nicht gern im Mittelpunkt. Auf der nach oben offenen Eitelkeitsskala liegt ein FKM bei durchschnittlich 0,04 EA/h (Eitelkeitsanfälle pro Stunde. Der Wert wurde bis vor Kurzem noch in Guttenberg/Stunde gemessen.) Zum Vergleich: Dieter Bohlen kommt auf respektable 26,3 EA/h, ein durchschnittlicher Schauspieler liegt bei 18,8 EA/h. 
Ein FKM fühlt sich am wohlsten, wenn er vor einem sich stetig füllenden Kinosaal steht. Der Anblick eines großen, leeren Raumes bereitet ihm körperliches Unbehagen. Besonders lebhaft, geradezu ausgelassen reagiert er, wenn man ihm ein Schild mit der Aufschrift „Ausverkauft“ zeigt. Dann schlägt er Purzelbäume, hüpft fröhlich auf und nieder oder gibt einen aus. Ein FKM benötigt nur wenig Nahrung. In Notzeiten ernährt er sich wochenlang von schwarzem Kaffee und Gummibärchen. 
Als Hausgenosse eignet sich ein FKM nur bedingt, da er nachtaktiv ist – oft in Verbindung mit einer extremen Wetterfühligkeit, was sich in einer Abneigung gegen extreme Wetterlagen wie Schönwetterphasen und Kälteperioden äußert. Viele FKM reagieren zudem allergisch auf Großereignisse (Fußball-WM, Karneval, Fernsehshows).
Bei guter Pflege und mit ein wenig Zuwendung ist der FKM jedoch ein sympathischer Hausgenosse und ein treuer Freund. Die Angehörigen dieser seltenen Spezies sind bekannt für ihre Freundlichkeit, ihren Idealismus, ihre Offenheit und ihren Optimismus. Sie sind überzeugt von dem, was sie tun, und nehmen dafür ein Leben in Kauf, das aus einer 7-Tage-Woche besteht und weder Sonn- noch Feiertage kennt (außer vielleicht Heiligabend!). 
Der FKM hat keine natürlichen Feinde. Allerdings haben sich in den letzten Jahren in den Großstädten die so genannten SMK (Supermarktkinos) stark vermehrt, in denen Popcornmonster und Nachostinker einen fruchtbaren Nährboden finden, die aufgrund ihrer sozialen Unverträglichkeit möglicherweise auch das Fortbestehen der FKM gefährden könnten.
Eigens eingerichtete Schutzzonen (Kommunale Kinos) sollen dafür sorgen, dass die FKM auch in Zukunft ihrer segensreichen Tätigkeit nachgehen können. Dennoch bleibt zu hoffen, dass es auch in 10 oder 25 Jahren noch FKM in freier Wildbahn geben wird!




Berlinale-Krümel

Mittwoch, 15. Februar 2012
Die ewige Festivaldiskussion: Welche Filme brauchen ein Festival? Welche Filme braucht die Berlinale? Filmkunst oder Mainstream? Hier, gleich und jetzt meine endgültige Stellungnahme:

Mainstream-Filme haben auf einem Filmfestival nichts zu suchen. Sie haben ohnehin alles, was sie brauchen, z. B. Stars, Geld und Aufmerksamkeit. Ein ernstzunehmendes Filmfestival sollte dazu dienen, beim Publikum und in den Medien Interesse zu wecken für internationale Filme und ihre Macher, die es schwer haben im Business, aus künstlerischen und finanziellen Gründen, aufgrund regionaler Besonderheiten oder staatlicher Repressionen. Ihnen den Weg zu ebnen, damit sie einen Verleih finden und ins Kino kommen, ist die wichtigste Aufgabe für ein Festival. (Und nicht etwa, Stars einzuladen, damit sie auf dem roten Teppich herumhüpfen!)

Merkwürdig: Diesmal fallen die vielen Berlinalebesucher im Stadtbild mehr auf als in den letzten Jahren. Vielleicht, weil sie alle ständig mit ihrem roten Futtersack über der Schulter rumrennen. Vielleicht hat der zivile Preis für den Haferbeutel doch mehr Menschen als früher zum Kauf verleitet. Meine Sammlung ehemaliger Berlinaletaschen, soweit ich sie nicht verschenkt habe, enthält mindestens ein Kunststoffexemplar, das man vermutlich auf dem Sondermüll entsorgen muss, so sehr stinkt es noch nach Plastik. 


Friedenauer Schreibstube
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