Schreibtipps aus der Schreibstube

Online-Wörterbücher für Szenesprachen/Jugendsprache
Für alle, die mit dem Lesen oder Schreiben zu tun haben, die Deutsch unterrichten oder sich einfach auf dem Laufenden halten wollen – meine persönliche Hitliste:

Platz 1: 
http://szenesprachenwiki.de/words/verzeichnis/?o=l&f=
Liebevoll gestaltet – es macht Spaß, die kleinen Texte zu lesen. Super: umfangreiche Sammlung, die ständig ergänzt wird. Das Projekt von Duden Verlag und TrendBüro dient dazu, die Neuauflage des Buches vorzubereiten, das 2009 unter dem Titel „Neues Wörterbuch der Szenesprachen“ erschienen ist. Hier kann man also selbst mitarbeiten! Der Ferrari unter den online-Jugendsprache-Wörterbüchern! 1a, megacool, endlaser, unfassbar töfte!

Platz 2: 
http://www.fremdwort.de/jugendsprache/jugendsprache-a.php
Als Unterabteilung des kostenlosen Online-Fremdwörterbuchs findet sich hier die Jugendsprache zwischen anderen Fremdwörterverzeichnissen. Ein Portal, das optisch nicht viel bietet und trotzdem informativ ist. Die Erklärungen sind kurz, trocken – wie in einem normalen Lexikon. Die Sparvariante für zielbewusste Leser: nützlich, aber uncool!

Platz 3: 
http://www.goethe.de/Z/jetzt/dejwort/dejwort.htm
Wie alles vom Goethe Institut kompetent und seriös: kleines alphabetisches Verzeichnis (sehr gemäßigter) Jugendsprache zusammen mit umgangssprachlichen Begriffen. Gut: die Beispiele! Geeignet für alle, die Deutsch lernen, DaF lehren und einen Einstieg in die Umgangssprache suchen. Minus: Das Wörterbuch beruht auf bestimmten Texten. Deshalb finden sich hier auch Begriffe, die weder zur Jugendsprache noch zur Umgangssprache gehören. Das irritiert etwas. Insgesamt aber guter Einstieg für Deutschlernende!
 

Und wer sich nur mal kurz aufschlauen will – hier ist der Link zu einem echt krassen Quiz: 
http://www.zeit.de/online/2009/26/quiz-szenesprachen
Viel Spaß!




Sprachgeschluder VII

Facebook verwöhnt mich wieder mit personalisierter Werbung und einer besonders gelungenen Überschrift neben dem Heidi-Klum-Foto: 
‚Hauen 9 kg, in 14 Tag‘ 
Aha.
Liebe Leute, wenn ihr schon angeblich auf mich zugeschnittene Angebote ins Netz stellen wollt, dann müsstet ihr doch auch wissen, dass ich nicht nur ein großer Fan der deutschen Sprache, sondern auch unerbittlich pingelig bin, was den Umgang mit Rechtschreibung, Zeichensetzung, Syntax und Grammatik betrifft. Alles andere ist für mich unseriös. Und nebenbei, also echt mal: 9 Kilo in 14 Tagen … wie doof muss man sein, um das zu glauben!

Sprachgeschluder VI

Heute: Das BlaBlaMeter
Eine schöne Idee zur Verhinderung von Sprachschludereien und Schreibdummfug – endlich kann man selbst erkennen, wie viel Blödsinn in einem Text steckt. Auch mal Lektor spielen? 
Na gut, dann wollen wir mal nicht so sein …

Auf dieser Seite  
http://www.blablameter.de/ findet man ein Textfeld, in das man einen beliebigen Text hineinkopieren kann und – ruppeldizupf – wird der Bullshit-Index ausgerechnet.

Ich würde diese Seite natürlich nicht empfehlen, wenn ich sie nicht ausprobiert hätte. Nachdem ich mehrere Filmkritiken aus den letzten Monaten eingegeben habe, kann ich erleichtert sagen: Puuh! Bullshit-Index bei durchschnittlich 0,7 (in Worten: null Komma sieben). Das hört sich ziemlich gut an.

Also: einfach mal ausprobieren! 

Schreibtipps aus der Schreibstube

Als Lektorin und Dozentin erlebe ich immer wieder, dass Menschen der Rechtschreibprüfung in MS-Word blind vertrauen. Kleiner Tipp: keine gute Idee! Die Fehlerquote ist zu hoch. „Macht nix, kein Problem“, rief letzte Woche eine Kursteilnehmerin. „Denn schließlich gibt’s die kostenlosen Rechtschreibprüfungen im Internet, zum Beispiel auf der Duden-Seite.“

Schon wieder keine gute Idee. Auch hier (http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online) werden viele Fehler nicht erkannt. Oder es werden Fehler angestrichen, die keine sind.
Die kostenlose automatische Rechtschreibprüfung auf der Duden-Homepage dient gleichzeitig als Werbung für die Duden-Korrektur-Software. Vielleicht gibt es deshalb keinen Hinweis darauf, dass diese Prüfung nicht verlässlich ist bzw. sein kann. Denn: Viele Fehler können von einer automatischen Rechtschreibprüfung gar nicht erkannt werden.
Da ist z. B. die Schreibweise von Eigennamen – für Eigennamen gelten aber keine Rechtschreibregeln. Hier muss man höllisch aufpassen, denn ein falsch geschriebener Name gilt als „no go“ im Schriftverkehr. Kommafehler werden ebenfalls meist nicht erkannt. Stattdessen wird, wenn überhaupt, ein Nebensatz als Grammatikfehler markiert. Wenn ein Wort in Groß- und Kleinschreibung oder einzeln und in Zusammenschreibung existiert, kann ein Fehler ebenfalls nicht erkannt werden (Liebe und liebe, Kinder Garten). Spätestens sobald sich der Sinn und damit die Schreibweise eines Textes erst aus dem Zusammenhang ergibt, unterliegt das elektronische Gehirn dem menschlichen. Probieren Sie es mal aus und geben Sie den folgenden Text in einer x-beliebigen Rechtschreibprüfung ein: Meine Onkel hat sich ohne das wir es ahnten plötzlich verlobt.
Hier wird in der Duden-Rechtschreibprüfung lediglich das „wir“ als Grammatikfehler markiert, obwohl der Satz mehrere Fehler enthält. Ein Ergebnis, das zu denken gibt, nicht nur wegen der Heimlichtuerei des Onkels. – Die korrekte Schreibweise: Mein Onkel hat sich, ohne dass wir es ahnten, plötzlich verlobt.
Verantwortlich für dieses und andere Korrekturdesaster ist vor allem die Komplexität der deutschen Sprache. Nichts gegen die kostenlosen Angebote – denn ganz klar ist eine schlechte Rechtschreibprüfung im PC immer noch besser als gar keine – allerdings sollte man wissen, dass das Ergebnis nicht unbedingt ein fehlerfreier Text ist! Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, lässt seinen Text professionell Korrektur lesen. Das wird nach Aufwand bezahlt – je mehr Fehler und je mehr Text, desto höher die Kosten. Deshalb muss man meistens für den Kostenvoranschlag ein paar Probeseiten verschicken. Für alle, denen das zu teuer ist, habe ich einen kostenlosen Tipp: einfach kürzere Texte schreiben, am besten ohne Fehler!

Sprachgeschluder IV

Soeben im Werbespot gehört: „Fleisch anbraten – immer wieder eine Herausforderung!“

Hä? Bitte, wie?
Was kommt als nächstes? „Wasser kochen – das letzte ungelöste Problem der Menschheit?“
Friedenauer Schreibstube
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