Neues aus der Texterei

Liegt bei Dir ein passendes unveröffentlichtes Kurzgeschichten-Manuskript in der Schublade? 

Oder hast Du Zeit und Lust fürs Dichten? 

Dann geht’s hier zu einem Schreibwettbewerb für Fantasy-Literatur.
Den ausgewählten Teilnehmern winkt die Veröffentlichung in einer Anthologie, sogar mit Honorar …

Das scheint zumindest eine seriöse Angelegenheit zu sein. Also, wetzt die Federn, spitzt die Bleistifte, ölt die Tastatur und putzt die Monitore. Ab an den Schreibtisch und viel Erfolg!

Einsendeschluss: 30. April 2013



Neues aus der Texterei

Meine Adjektive und ich – Schreibtipps für Schreibende
Menschen, die mit dem Schreiben anfangen – vom Kind über die Studentin bis zum Jungautor – glauben häufig, dass sich ein gelungener Text vor allem durch die großzügige Verwendung von Adjektiven (Eigenschaftswörtern) auszeichnet. Ich erinnere mich, dass meine diversen Deutschlehrerinnen stets erfreut, manchmal geradezu euphorisch darauf reagierten, wenn ich ein Substantiv (Hauptwort, Nomen) gleich mit zwei Adjektiven kombinierte. Da wurde aus dem Sommertag ein schöner, warmer Sommertag, was ja eigentlich nichts besonderes ist, und eine Katastrophe war schrecklich und unvorhergesehen – also im Grunde eine ganz und gar normale Katastrophe, so wie sie jeden Tag hundert- oder tausendfach über uns hereinbricht. „Die liebe, alte Großmutter ging mit ihrer braven, kleinen Enkeltochter durch den großen, grünen Wald.“ – Gähn! Da sehnt man doch die unvorhergesehene und schreckliche Katastrophe nahezu herbei! Dieses Phänomen der übertriebenen Verwendung von Eigenschaftswörtern bezeichnen wir in Fachkreisen als „Adjektivitis“. 

Nun spricht natürlich nichts gegen Adjektive. Man sollte sie allerdings sparsam und gezielt einsetzen. Adjektive, die nur dazu dienen, etwas Alltägliches auf alltägliche Weise zu beschreiben, kann und sollte man weglassen oder zumindest darüber nachdenken, ob sie wirklich notwendig sind. Einige Beispiele für diese floskelhafte Sprache: die breite Öffentlichkeit, die warme Sonne, das kleine Häuschen, das niedliche Kätzchen … 

Beim Schreiben sollte es unser Ziel sein, das Besondere zu beschreiben und nicht das Gewöhnliche. Also sind vor allem treffende Adjektive gefragt, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, bis man das passende Wort gefunden hat. In der Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren, die unter schwerer Adjektivitis leiden, gehe ich manchmal so weit, dass ich ihnen untersage, folgende Adjektive zu benutzen: groß, klein, schön, neu, alt, viel, wenig – je nachdem, welche Wörter auffällig häufig bzw. inflationär in ihren Texten auftreten. 

Hier kann neben einem Synonymwörterbuch die Tastenkombination shift/F7 wertvolle Dienste beim Schreiben am PC leisten: Sie führt zum Thesaurus, dem eingebauten Synonymwörterbuch in Word. Einfach ein Wort markieren, shift/F7 drücken, und schon öffnet sich ein Fenster mit Synonymen. „shift“ ist übrigens die Taste für die Großschreibung …

Also: viel Spaß beim Überarbeiten!




Schreibtipps aus der Schreibstube

Viele, die schreiben, haben ein Problem: Sie brauchen jemanden, der ihren Text wohlwollend und sachkundig liest und ihnen zeigt, wo und wie ein Text optimierungsbedürftig ist. Dabei geht es um Rechtschreibung und Zeichensetzung, um Inhalt und Ziel eines Textes, aber auch um generelle Grundlagen des professionellen Schreibens, zum Beispiel um Stilregeln. Besonders wenn eine Veröffentlichung geplant ist, empfiehlt es sich, diese Regeln kennenzulernen und zu befolgen.

Entgegen der landläufigen Meinung haben diese Regeln nichts mit dem persönlichen Geschmack des Lesers, sondern schlicht mit Handwerk zu tun. Selbst Profis brauchen Lektoren, die ihnen inhaltlich und stilistisch auf die Sprünge helfen, umso mehr die große Schar der Hobbyschreiber. Freunde und Verwandtschaft sind zwar meistens die ersten, aber nicht immer die besten Ratgeber. Das gilt sogar für viele DeutschlehrerInnen, die oft nicht wissen, welche stilistischen Anforderungen für Profischreiber gelten. Warum also nicht mal ein E-Lektorat ausprobieren?

Neben den kostenlosen Online-Rechtschreibprüfungen, von denen in diesem Blog bereits die Rede war: http://friedenauer-schreibstube.blogspot.de/2012/05/schreibtipps-aus-der-schreibstube.html – gibt es auch einige Angebote für kostenlose E-Lektorate. Ich stelle zwei Angebote vor, die mir gut gefallen haben:

Hier werden Texte auf Füllwörter untersucht. Der korrigierte Text erscheint in einem zweitem Fenster.
Textmenge: unbegrenzt (Empfehlung: Texte seiten- oder maximal kapitelweise eingeben!)
Besonders gut: große Anzahl möglicher Füllwörter (variabel einzustellen)
Der Testsatz: Auch Heini hatte also irgendwie doch noch ein bisschen Zeit.
Das Ergebnis: (Auch) Heini hatte (also) (irgendwie) (doch) noch ein bisschen Zeit.
Fazit: prima Angebot für ambitionierte Schreiber – übersichtlich, mit ausführlicher Beschreibung und zusätzlichen Schreibtipps!

Letter Factory
Ebenfalls Suche nach Füllwörtern. Man kann unter verschiedenen Varianten wählen und Füllwörter markieren, streichen oder durch xxx ersetzen lassen. Das ist sehr nützlich! Der korrigierte Text erscheint im Eingabefenster.
Textmenge: unbegrenzt (Empfehlung:Texte seiten- oder kapitelweise einzugeben!)
Besonders gut: Man kann zusätzlich zu den gelisteten Füllwörtern (weniger als beim Schreiblabor) eigene Wörter eingeben – das ist nützlich, wenn man seine Macken kennt und weiß, welche Wörter man allzu gern und allzu oft verwendet. 
Der Testsatz: Auch Heini hatte also irgendwie doch noch ein bisschen Zeit. 
(Zur Bearbeitung gewählt: Markierung xxx)
Das Ergebnis: xxx Heini hatte xxx xxx xxx noch ein bisschen Zeit.
Fazit: gutes Angebot, das einige Kenntnisse voraussetzt, daher eher für versierte Schreiber. 

Die Suche nach Füllwörtern lässt sich natürlich leicht online vollziehen. Alle anderen Aspekte eines Lektorats (z. B. Wiederholungen, inhaltliche und logische Fehler, Verständlichkeit) kommen bei kostenlosen Online-Angeboten naturgemäß zu kurz. Die Textart – literarisch, wissenschaftlich, berufsbezogen? – spielt ebenfalls eine Rolle. 

Am zuverlässigsten ist das individuelle Lektorat inklusive Beratung durch einen sachkundigen, kollegialen Profi und sinnvollerweise verbunden mit einem Korrektorat. Wer mehr darüber wissen will – einfach die Friedenauer Schreibstube kontaktieren: Telefon 030 33772832 oder E-Mail: info@kulturspirale.de
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