Am kommenden Wochenende ist es endlich so weit – schon wieder ist ein Jahr vorüber, und es gibt den nächsten Diakonieladen Sommerbasar.
Fundbüro – die größten Netzklopse
Aus einer Umfrage der Bewertungsplattform Qype (demnächst: Yelp):
„4. Wie viel Gewinn bleibt Ihnen von jeden 10€ die im Verkauf verdient wurden? (Beispiele: Als Besitzer einer Boutique verkaufen Sie ein T-Shirt für 10€, für das Sie im Großhandel 6€ bezahlt haben. Das heisst, es bleiben Ihnen davon 4€ Gewinn. Oder, als freischaffender Klavierlehrer berechnen Sie 10€ pro Stunde. Die Klavierstunde kostet Sie allerdings nichts, daher beträgt Ihr Gewinn auch 10€)“
Ich sehe schon die zahllosen Klavierlehrer vor mir, die mit Tränen der Dankbarkeit in den Augen zur Kenntnis nehmen, dass sie pro Stunde ganze 10 Euro für sich behalten dürfen, denn so eine Klavierstunde kostet ja nichts …
Und die vielen Boutiquebesitzer erst, die sich an ihren T-Shirts dumm und dusselig verdienen. Haben wir’s nicht eigentlich immer schon gewusst? Ey, Alda, die ziehn hier die fette Kohle ab!
Oh, vormals verehrtes Qype-Team, da hast Du Dir ein feines Hupferl fürs Totenbett gebastelt, das vermutlich von der künftigen Mutterkrake Yelp in Auftrag gegeben wurde. Da laufen sie nun auf Deinem sinkenden Schiff herum, lauter possierliche Wesen mit vermutlich originellen Frisuren, interessanten Nagellackfarben und hohlen Köpfchen, denn offenbar haben die letzten denkfähigen Wesen die Qypanic längst verlassen. Und leider ist auch niemand mehr da, der Korrektur lesen kann. Nur lauter Kevins …
Mal abgesehen von den wenig charmanten Mängeln in Ausdruck, Rechtschreibung und Zeichensetzung, Qype, Kevin, seid ihr denn von allen guten Mathegeistern verlassen? Habt ihr jemals was von Kalkulation gehört, von Einnahmeüberschussrechnung, von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, von Vorsteuerabzugsberechtigung und womöglich von Bilanzen? Ach, das ist doch alles doof und uncool, Alda? Und so kompelz schwirig ***gähn***?
Boah, ey, Alda, es kann doch alles so einfach sein, und endlich wissen wir, wie’s geht. Bei Qype sitzen die Ökonomen der Zukunft: unsere Kevins.
Und weil es gar so schön ist, dazu passend ein Lieblingssong:
Sprachgeschluder
Das lässt ja hoffen! Immerhin scheint die Regisseurin die Grundbegriffe ihres Handwerks (hier: Textinterpretation) zu beherrschen, oder sie hat wenigstens den Wikipedia-Eintrag zum Stück DIE EHE DES HERRN MISSISSIPPI gelesen.
All das kann man vom Autor dieses Artikels nicht behaupten. Was und wie er schreibt, hat nicht einmal Schülerzeitungsniveau und wird von Zeile zu Zeile immer peinlicher:
Dass eine Komödie lustig ist – Donnerwetter! Und die Regisseurin hat tatsächlich das Stück (man stelle sich das mal vor!) gelesen, bevor sie es inszeniert hat! Der eigentlich interessante Aspekt hinter dem Artikel scheint diesem Bengel Journalisten jungen Herrn ziemlich wurscht zu sein, nämlich die Frage, woran es wohl liegen könnte, dass DIE EHE DES HERRN MISSISSIPPI von Dürrenmatt das Publikumsvoting im Thalia Theater gewonnen hat. Angesichts der Tatsache, dass niemand (= der Artikelschreiber und die Regisseurin bei Auftragserteilung) dieses Stück kennt, wäre das doch eine spannende Frage …
Hier geht’s zum Artikel auf SPON
Neues aus der Texterei
Großartig – man kann es nicht besser ausdrücken! Ich verneige mich in Ehrfurcht und Bewunderung. So witzig und passgenau habe ich noch nirgends sonst gelesen, wie man gut schreibt. Und das gilt für jede Art von Texten, von der Diplomarbeit über den Werbeflyer bis zum Roman.


