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	<title>Aussprache &#8211; Friedenauer Schreibstube</title>
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		<title>Berlinerisch &#8211; mir und mich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gaby Sikorski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jun 2012 05:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
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					<description><![CDATA[Zu Beginn der heutigen Lektion wieder ein bisschen Berliner Alltagslyrik:Ick liebe dir, ick liebe dich, wie&#8217;t richtig is, det weeß ick nichund is mich ooch Pomade.Ick lieb dir nich im dritten Fall,ick lieb dir nich im vierten Fall,ick liebe dir uff jeden Fall.(Volksmund, Langenscheidt Lilliput Berlinerisch, Berlin und München 2008)Bekanntlich wird im Berlinerischen gern mal &#8230; <p class="link-more"><a href="https://gaby-sikorski.de/berlinerisch-mir-und-mich/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Berlinerisch &#8211; mir und mich“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;"><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;">Zu Beginn der heutigen Lektion wieder ein bisschen Berliner Alltagslyrik:</span></span><br /><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;"><br /></span><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;"><i>Ick liebe dir, ick liebe dich,</i></span></div>
<div style="text-align: justify;"><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;"><i>wie&#8217;t richtig is, det weeß ick nich</i></span></span><br /><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;"><i>und is mich ooch Pomade.</i></span></span><br /><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;"><i>Ick lieb dir nich im dritten Fall,</i></span></span><br /><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;"><i>ick lieb dir nich im vierten Fall,</i></span></span><br /><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;"><i>ick liebe dir uff jeden Fall.</i></span></span><br /><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;">(Volksmund, Langenscheidt Lilliput Berlinerisch, Berlin und München 2008)<br /></span><br /><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;">Bekanntlich wird im Berlinerischen gern mal der 3. Fall (Dativ) mit dem 4. Fall (Akkusativ) verwechselt. Dafür hat man den schönen Ausdruck &#8222;Akkudativ&#8220; geschaffen, der diese Besonderheit elegant umschreibt.</span><br /><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;">Der Grund für den lässigen Umgang mit der Deklination liegt sprachwissenschaftlich in der niederdeutschen Herkunft des Berlinerischen. Daneben spielen aber auch klangliche Aspekte eine Rolle. Das Berlinerische hat &#8211; wie jeder Dialekt &#8211; einen eigenen Sprachrhythmus, und da muss die Grammatik schon mal kreativ angepasst werden.</span><br /><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;">Aber natürlich gibt es eine seriöse und glaubhafte Erklärung für die scheinbare Verwechselung von &#8222;mir&#8220; und &#8222;mich&#8220;: Im Niederdeutschen wird für beide Fälle die gleiche Form des Personalpronomens verwendet. di/mi bedeutet jeweils dir/dich und mir/mich.<br />&nbsp;</span></p>
<div style="line-height: 17px;"><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;">Einig ist man sich darin, dass Berliner so sprechen, wie es für sie am leichtesten ist. Deshalb überwiegt bei der Verwendung von Hauptwörtern als Objekt häufig der Akkusativ, besonders wenn er sich so prima mit einer Präposition verbinden lässt, wie z. B. in: &#8222;Wat issen mitte Waschmaschine?&#8220; So entstehen durch das Zusammenziehen von Präpositionen und Artikeln neue Wörter: anne, inne, mitte, uffe, vonne &#8230; in der männlichen Form mit angehängtem N: Er fährt mitten Fahrrad.</span></div>
<p><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;">Sobald ein Personalpronomen den Artikel ersetzt, kann man durch Verwendung des Akkusativs immerhin noch ein R sparen: &#8222;Wat issen mit meene Waschmaschine?&#8220; Berlinern ist nun einmal eine schnelle Sprache, da kommt es auf jeden Buchstaben an!</span><br /><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;">Gelegentlich verwechselt der Berliner Fälle absichtlich. &#8222;Wat? Wer? Mir?&#8220; &#8211; Das ist vollkommen übertrieben, hört sich aber für Berliner Ohren durchaus akzeptabel an, um nicht zu sagen: ulkich.</span><br /><span style="background-color: white; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 17px;">Zusammenfassend kann man also feststellen: Der Berliner sagt immer &#8222;mir&#8220;, ooch wenn&#8217;t richtich is!</span><br /><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;"><br /></span></span><span style="line-height: 17px;"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;"><br /></span></span><span style="font-family: Verdana, Geneva, Arial, Helvetica, sans-serif;"><span style="font-size: 11px; line-height: 17px;"><br /></span></span></div>
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		<title>So spricht Berlin &#8230; Balinan füa alle, wa! (2. Lektion)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gaby Sikorski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 11:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
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		<category><![CDATA[berlinerisch]]></category>
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					<description><![CDATA[Das ßett Heute geht es um einen leicht erlernbaren Aspekt des Berlinerischen, der sich schnell, gut und einfach im Alltag einsetzen lässt. In Berlin wird der Buchstabe &#8222;Z&#8220; vor allem am Wort- und Silbenanfang wie &#8222;eszett&#8220; gesprochen, also als scharfes &#8222;S&#8220;. Der Grund: Wir sprechen sehr gerne schnell und viel, und es ist doch sehr &#8230; <p class="link-more"><a href="https://gaby-sikorski.de/so-spricht-berlin-balinan-fuea-alle-wa-2-lektion/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„So spricht Berlin &#8230; Balinan füa alle, wa! (2. Lektion)“ </span>weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Das ßett</b></p>
<div>Heute geht es um einen leicht erlernbaren Aspekt des Berlinerischen, der sich schnell, gut und einfach im Alltag einsetzen lässt.</p>
<div></div>
<div>In Berlin wird der Buchstabe &#8222;Z&#8220; vor allem am Wort- und Silbenanfang wie &#8222;eszett&#8220; gesprochen, also als scharfes &#8222;S&#8220;. Der Grund: Wir sprechen sehr gerne schnell und viel, und es ist doch sehr aufwändig und zeitraubend (ßeitraumd), den Mund für ein klar artikuliertes &#8222;Zett&#8220; so weit auseinanderzureißen, dass man eine jrüne Jurke quer essen könnte.</div>
<div></p>
<div>Für unser gemütliches ßett ist es vollkommend ausreichend, mit halb geschlossenem Munde einmal kurß durch die ßähne ßu ßischen. Demzufolge heißt es auch: Bahnhof ßoo, ßijarette, ßebrastreifen, ßwei ßitronen, ßuckaßange und ein ßentna ßement. Alles klar?</div>
</div>
</div>
<div></div>
<div>Achtung! Die vorgenannte Erläuterung bedeutet nicht, dass wir kein Zett sprechen können oder wollen! Es bieten sich durchaus Gelegenheiten, mit einem deutlichen Zett zu protzen, und zwar dort, wo es nicht hingehört &#8211; in Fremdwörtern, beispielsweise aus dem Englischen oder Französischen. Deshalb heißt es: Europazenter und Zenktre Frankzeh, wir kennzeln einen Termin, ick beßahle fuffßich zent und jeh innen zeiberschpez.</div>
<div>(Überjesetzung: Europacenter, Centre Francais, wir canceln einen Termin, ich bezahle fünfzig Cent und gehe in den Cyberspace.)</div>
<div></div>
<div>Als extrem albern und daher bei mancher Gelegenheit durchaus als passend gilt die eigentlich unberlinerische Variante &#8222;Zurriwurst&#8220; &#8211; aber Vorsicht! Nicht alle können sich daran erfreuen. Denn wir alle wissen: Bei die Currywurst hört für viele überßeuchte Balina der Spaß uff.</div>
<div></div>
<div>Bis ßum nächsten Mal! </div>
<div>Icke von umme Ecke</div>
<div></div>
<div></div>
<div></div>
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