Frohe Ostern!

Ich wünsche allen ein wunderbares, frohes Osterfest! 

Die Schreibstube feiert das Osterfest mit maximalem Dekorationsaufwand!
Jetzt wird erst mal ein paar Tage gefaulenzt. Und am Dienstag geht’s dann weiter – jede Menge Manuskripte warten darauf, gelesen und lektoriert zu werden!

Neues aus der Texterei …

Mal wieder ein richtig guter Beitrag zur überhand nehmenden Schlamperei in deutschen Verlagen. Ein bisschen Häme und Schadenfreude ist natürlich auch dabei … aber vor allem handelt es sich um einen richtig gut geschriebenen, witzigen Text, der mich stellenweise laut auflachen ließ. Toll, Herr Rohloff!

Diese Zeitschrift wird mir immer sympathischer … Zeitschrift für europäisches Denken – das rockt! Und ein bisschen denken hat ja eigentlich noch nie geschadet …

Link zum MERKUR-blog

Sprachschludereien

Gastronomie – Restaurant xxx

Das Restaurant xxx befindet sich auf der 1. Etage des xxx und genießt durch seine Lage einen grandiosen Blick auf die Spree und Friedrichstraße.

Frühstück:
Besondere Beachtung verdient das umfangreiche Frühstücksbuffet mit Show-Küche für Ihre persönlichen Wünsche an Eierspeisen.

Mittags:
Zur Mittagszeit bietet das Restaurant unter der Woche einen hochwertigen Businesslunch sowie eine gemütliche Kaffee- und Teezeit mit erstklassigen Kuchen und Torten aus der eigenen Pâtisserie.

Abends:
Abends genießt man nicht nur den herrlichen Blick auf die beleuchtete und belebte Friedrichstraße sondern auch die Küche biete eine ganz besondere Auswahl an regionalen und internationalen Speisen.

Kaum zu glauben: Dies ist tatsächlich der Werbetext eines ziemlich anspruchsvollen Hotels in Berlin-Mitte! Hier wäre ein Lektorat durchaus hilfreich gewesen. Wenn es nicht so schrecklich wäre, könnte man sich drüber amüsieren! Besonders über die persönlichen Wünsche an Eierspeisen.

Neues aus der Texterei

Doofdeutsch im Kommen?
Seit Neuestem häufen sich wieder inhaltslose Formulierungen, auch Floskeln genannt, in Bei- und Vorträgen, Artikeln, Skripten, Berichten und Buchmanuskripten, die im Lektoratsbüro landen. Und dabei hatte ich gehofft, im Zeitalter elektronischer Medien hätte endlich auch der größte Depp/die größte Deppin gelernt, dass sich niemand mehr mit sinnlosem Gequalle abgeben will. So kann man sich irren! 

Hier eine kleine Auswahl der beliebtesten Doofdeutsch-Formulierungen:

„Ich bin ganz bei Ihnen.“ (Haha, das glaub ich nicht!)

„Wir holen den Kunden ab, wo er steht.“ (Menno, seit den 90ern ausgelutscht, wo denn sonst?)

„Wir brauchen eine Win-win-Strategie.“ (Wird meist falsch verwendet, nämlich nicht – wie ursprünglich gemeint – zur Konfliktlösung, sondern als eine Art Doppelsieg: Man gewinnt zweimal, und die anderen sind Neese!)

„Sorgfältiger Umgang mit Ressourcen betrachtet nicht nur wirtschaftliche Aspekte …“ (Ach, jetzt kann er kieken, der Umgang?)

„Es wurde explorativ vorgegangen.“ (Übersetzung: Wir haben einfach mal irgendwas gemacht und abgewartet, was passiert.)

„Wir bewegen es in unserem Herzen …“ 
(Übersetzung: Es interessiert uns nicht für 2,5 Cent, wir machen sowieso, was wir wollen.)


„Eine abschließende Bewertung ist aufgrund der Faktenlage nicht möglich.“ 
(Übersetzung: Wir haben keine Ahnung, was das alles bedeutet.)

Die Sammlung wird fortgesetzt – weitere Beiträge sind erwünscht!

Hier übrigens ein schöner Floskelgenerator: 




Neues aus der Texterei

Meine Adjektive und ich – Schreibtipps für Schreibende
Menschen, die mit dem Schreiben anfangen – vom Kind über die Studentin bis zum Jungautor – glauben häufig, dass sich ein gelungener Text vor allem durch die großzügige Verwendung von Adjektiven (Eigenschaftswörtern) auszeichnet. Ich erinnere mich, dass meine diversen Deutschlehrerinnen stets erfreut, manchmal geradezu euphorisch darauf reagierten, wenn ich ein Substantiv (Hauptwort, Nomen) gleich mit zwei Adjektiven kombinierte. Da wurde aus dem Sommertag ein schöner, warmer Sommertag, was ja eigentlich nichts besonderes ist, und eine Katastrophe war schrecklich und unvorhergesehen – also im Grunde eine ganz und gar normale Katastrophe, so wie sie jeden Tag hundert- oder tausendfach über uns hereinbricht. „Die liebe, alte Großmutter ging mit ihrer braven, kleinen Enkeltochter durch den großen, grünen Wald.“ – Gähn! Da sehnt man doch die unvorhergesehene und schreckliche Katastrophe nahezu herbei! Dieses Phänomen der übertriebenen Verwendung von Eigenschaftswörtern bezeichnen wir in Fachkreisen als „Adjektivitis“. 

Nun spricht natürlich nichts gegen Adjektive. Man sollte sie allerdings sparsam und gezielt einsetzen. Adjektive, die nur dazu dienen, etwas Alltägliches auf alltägliche Weise zu beschreiben, kann und sollte man weglassen oder zumindest darüber nachdenken, ob sie wirklich notwendig sind. Einige Beispiele für diese floskelhafte Sprache: die breite Öffentlichkeit, die warme Sonne, das kleine Häuschen, das niedliche Kätzchen … 

Beim Schreiben sollte es unser Ziel sein, das Besondere zu beschreiben und nicht das Gewöhnliche. Also sind vor allem treffende Adjektive gefragt, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, bis man das passende Wort gefunden hat. In der Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren, die unter schwerer Adjektivitis leiden, gehe ich manchmal so weit, dass ich ihnen untersage, folgende Adjektive zu benutzen: groß, klein, schön, neu, alt, viel, wenig – je nachdem, welche Wörter auffällig häufig bzw. inflationär in ihren Texten auftreten. 

Hier kann neben einem Synonymwörterbuch die Tastenkombination shift/F7 wertvolle Dienste beim Schreiben am PC leisten: Sie führt zum Thesaurus, dem eingebauten Synonymwörterbuch in Word. Einfach ein Wort markieren, shift/F7 drücken, und schon öffnet sich ein Fenster mit Synonymen. „shift“ ist übrigens die Taste für die Großschreibung …

Also: viel Spaß beim Überarbeiten!




Neues aus der Texterei – Tag der deutschen Sprache 2012

Heute ist Tag der deutschen Sprache – eine gute Gelegenheit, mal mit ein paar Missverständnissen aufzuräumen, die mir als Lektorin im Gespräch mit schreibenden Menschen immer wieder begegnen:

1. Missverständnis: Die deutsche Sprache, das sind Goethe und Schiller! Danach kamen nur noch Nichtskönner – einzige Ausnahme evtl. Thomas Mann.
Dieses Argument kommt meistens von Leuten, die entweder noch nie oder in den letzten 60 Jahren nicht mehr Goethe und Schiller gelesen haben. Merkwürdigerweise lehnen es manche rundweg ab, moderne Autoren (seit ca. 1900) überhaupt zu lesen. Mir begegnen sogar immer mehr Menschen, die schreiben wollen und generell nicht lesen. 

Schrecklich! Merke: Wer erfolgreich schreiben will, muss das Lesen lieben, den Literaturmarkt beobachten, sich mit der Konkurrenz beschäftigen und in der Lage sein, Qualität bei anderen zu erkennen.

2. Missverständnis: Die deutsche Sprache verarmt.
Kann ich so nicht unterschreiben. Welche deutsche Sprache will man hier zur Grundlage nehmen? Die des 18. Jahrhunderts (s.o)? Seitdem hat sich unsere Sprache stark verändert – fürwahr! Aber Veränderung heißt nicht Verarmung, und tatsächlich sind in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten viel mehr neue Wörter in die deutsche Sprache hereingekommen als verschwunden. Unser theoretisch möglicher Wortschatz wird also ständig größer, und wir können durch unser Sprachverhalten selbst dazu beitragen, dass Wörter bekannt bleiben, oder wir können bestimmte Wörter dem Vergessen entreißen, indem wir sie weiter verwenden. Wer kennt heute noch Begriffe wie Tornister, Hagestolz oder blümerant?

3. Missverständnis: Ich muss kompliziert formulieren, damit die Leser sehen, wie gut ich die Sprache beherrsche. Das nennt man dann einen guten Stil. 
Nicht nur bei Autoren, sondern auch in Schule und Universität beliebte Argumentation, um schwer verdauliche Texte zu rechtfertigen. Ganz übel! Wer seine Sprache beherrscht, ist auch in der Lage, sich einfach, klar und verständlich auszudrücken. Und ein eigener Stil entwickelt sich durch ständiges Nachdenken und Schreiben, nicht durch die Verwendung von Schachtelsätzen. Will ich angeben oder will ich verstanden werden?

4. Missverständnis: Das Wichtigste für die deutsche Sprache sind korrekte Rechtschreibung und Grammatik.
Nein! Das Wichtigste ist der Inhalt und das, was ich ausdrücken möchte. Rechtschreibung und Grammatik sind Handwerksmittel, die es erleichtern, Inhalte zu vermitteln. Das wird oft vergessen, so dass Grammatik und Rechtschreibung – nicht nur im Deutschunterricht – zum Selbstzweck werden. Besonders unerfahrene Autoren neigen dazu. Es nützt nichts, wenn ich einwandfrei formulieren und fehlerfrei schreiben kann. Auf den Inhalt kommt es an! Fehler lassen sich korrigieren, wenn die Geschichte stimmt. Aber die Aneinanderreihung korrekt geschriebener Wörter ergibt noch lange keine Geschichte. 

Wer sich wirklich aktiv für die Pflege der deutschen Sprache einsetzen möchte, sollte mehr lesen, mehr schreiben, mehr zuhören und mehr sprechen. Denn die beste Werbung für unsere Sprache sind – wir!

Schreibtipps aus der Schreibstube

Viele, die schreiben, haben ein Problem: Sie brauchen jemanden, der ihren Text wohlwollend und sachkundig liest und ihnen zeigt, wo und wie ein Text optimierungsbedürftig ist. Dabei geht es um Rechtschreibung und Zeichensetzung, um Inhalt und Ziel eines Textes, aber auch um generelle Grundlagen des professionellen Schreibens, zum Beispiel um Stilregeln. Besonders wenn eine Veröffentlichung geplant ist, empfiehlt es sich, diese Regeln kennenzulernen und zu befolgen.

Entgegen der landläufigen Meinung haben diese Regeln nichts mit dem persönlichen Geschmack des Lesers, sondern schlicht mit Handwerk zu tun. Selbst Profis brauchen Lektoren, die ihnen inhaltlich und stilistisch auf die Sprünge helfen, umso mehr die große Schar der Hobbyschreiber. Freunde und Verwandtschaft sind zwar meistens die ersten, aber nicht immer die besten Ratgeber. Das gilt sogar für viele DeutschlehrerInnen, die oft nicht wissen, welche stilistischen Anforderungen für Profischreiber gelten. Warum also nicht mal ein E-Lektorat ausprobieren?

Neben den kostenlosen Online-Rechtschreibprüfungen, von denen in diesem Blog bereits die Rede war: http://friedenauer-schreibstube.blogspot.de/2012/05/schreibtipps-aus-der-schreibstube.html – gibt es auch einige Angebote für kostenlose E-Lektorate. Ich stelle zwei Angebote vor, die mir gut gefallen haben:

Hier werden Texte auf Füllwörter untersucht. Der korrigierte Text erscheint in einem zweitem Fenster.
Textmenge: unbegrenzt (Empfehlung: Texte seiten- oder maximal kapitelweise eingeben!)
Besonders gut: große Anzahl möglicher Füllwörter (variabel einzustellen)
Der Testsatz: Auch Heini hatte also irgendwie doch noch ein bisschen Zeit.
Das Ergebnis: (Auch) Heini hatte (also) (irgendwie) (doch) noch ein bisschen Zeit.
Fazit: prima Angebot für ambitionierte Schreiber – übersichtlich, mit ausführlicher Beschreibung und zusätzlichen Schreibtipps!

Letter Factory
Ebenfalls Suche nach Füllwörtern. Man kann unter verschiedenen Varianten wählen und Füllwörter markieren, streichen oder durch xxx ersetzen lassen. Das ist sehr nützlich! Der korrigierte Text erscheint im Eingabefenster.
Textmenge: unbegrenzt (Empfehlung:Texte seiten- oder kapitelweise einzugeben!)
Besonders gut: Man kann zusätzlich zu den gelisteten Füllwörtern (weniger als beim Schreiblabor) eigene Wörter eingeben – das ist nützlich, wenn man seine Macken kennt und weiß, welche Wörter man allzu gern und allzu oft verwendet. 
Der Testsatz: Auch Heini hatte also irgendwie doch noch ein bisschen Zeit. 
(Zur Bearbeitung gewählt: Markierung xxx)
Das Ergebnis: xxx Heini hatte xxx xxx xxx noch ein bisschen Zeit.
Fazit: gutes Angebot, das einige Kenntnisse voraussetzt, daher eher für versierte Schreiber. 

Die Suche nach Füllwörtern lässt sich natürlich leicht online vollziehen. Alle anderen Aspekte eines Lektorats (z. B. Wiederholungen, inhaltliche und logische Fehler, Verständlichkeit) kommen bei kostenlosen Online-Angeboten naturgemäß zu kurz. Die Textart – literarisch, wissenschaftlich, berufsbezogen? – spielt ebenfalls eine Rolle. 

Am zuverlässigsten ist das individuelle Lektorat inklusive Beratung durch einen sachkundigen, kollegialen Profi und sinnvollerweise verbunden mit einem Korrektorat. Wer mehr darüber wissen will – einfach die Friedenauer Schreibstube kontaktieren: Telefon 030 33772832 oder E-Mail: info@kulturspirale.de

Lieblingsclips

Sesamstraße – Geheimwissen
… und am Donnerstag geht es wieder mal um ein bisschen Geheimwissen aus dem Lektoratsbüro – Tipps für Autorinnen und Autoren zum Thema E-Lektorat


Schreibcafé im FreiRaum!

Am 3. September ist es so weit: Dann startet um 17.00 Uhr das Schreibcafé im Restaurant Freiraum, gleich an der Friedenauer Brücke. Hier können alle*, die sich fürs Schreiben interessieren oder beruflich schreiben müssen, Tipps und Ratschläge erhalten und eigene Texte unter fachkundiger Leitung nach allen Regeln der Kunst und der DIN 5008 überarbeiten. Ob Bewerbungsschreiben, Behördenbrief oder Kurzgeschichte – einzige Bedingung: der Text darf nicht länger sein als eine DIN A4-Seite!

Wann: Montag, 3. September 2012, 17.00 bis 19.00 Uhr 

Wo: FreiRaum, Beckerstraße 12, 12157 Berlin
Kostenbeitrag: 5,00 Euro (inkl. 1 Softdrink)
– Anschließend findet der Kulturstammtisch der Kulturspirale statt. –

Die Friedenauer Schreibstube und die Kulturspirale bedanken sich sehr herzlich beim Restaurant FreiRaum für die Zusammenarbeit.



*Kleiner Tipp: Das Angebot ist auch für Schülerinnen/Schüler geeignet!

Sprachgeschluder VI

Heute: Das BlaBlaMeter
Eine schöne Idee zur Verhinderung von Sprachschludereien und Schreibdummfug – endlich kann man selbst erkennen, wie viel Blödsinn in einem Text steckt. Auch mal Lektor spielen? 
Na gut, dann wollen wir mal nicht so sein …

Auf dieser Seite  
http://www.blablameter.de/ findet man ein Textfeld, in das man einen beliebigen Text hineinkopieren kann und – ruppeldizupf – wird der Bullshit-Index ausgerechnet.

Ich würde diese Seite natürlich nicht empfehlen, wenn ich sie nicht ausprobiert hätte. Nachdem ich mehrere Filmkritiken aus den letzten Monaten eingegeben habe, kann ich erleichtert sagen: Puuh! Bullshit-Index bei durchschnittlich 0,7 (in Worten: null Komma sieben). Das hört sich ziemlich gut an.

Also: einfach mal ausprobieren!