Neues aus der Texterei – Projekt: Der Atlas zur deutschen Alltagssprache

Was für ein großartiges Projekt! Hier stöbere ich gern herum. Ich mag nämlich Dialekte, und zwar sämtliche – sogar Sächsisch und Ruhrpottdeutsch! – und ich liebe es, meinen Wortschatz zu erweitern und dabei zuzusehen, wie sich die deutsche Sprache verändert. 


Denn wer hätte gedacht, dass inzwischen beinahe im gesamten deutschen Sprachraum „eh“ für das schöne preußische „sowieso“ gesagt wird? Nur in Vorpommern an der Ostsee gibt es ein paar unerschrockene Strandmützen, die sich weigern, die ursprünglich süd- und westdeutsche Variante zu übernehmen, die sich jetzt überall breitgemacht hat. Eine Folge der Wende, so ist zu vermuten. Die eh-Ausbreitung hat sich nämlich seit den 80er Jahren stark verändert. Wenn ich dazu befragt würde, hätte ich auch eine Begründung parat: „Eh“ ist kürzer und passt deshalb perfekt in die Gruppe der Interjektionen (Ausrufe), wa ey?

Ich erwarte gespannt, wann die Ergebnisse der 10. Runde  kommen. Sie läuft gerade, man kann sogar – und das ist das Tollste! – selbst mitwirken. Mit der Auswertung werde ich dann endlich erfahren, ob meine Beobachtung stimmt, dass sich „tschüs“ (auch die Schreibweise „tschüss“ ist korrekt!) über den gesamten deutschen Sprachraum ausgebreitet hat …

Also nur Mut – macht mit! Die Beantwortung der Fragen macht richtig Laune. Für mich war es schön, mich an die Sprache meiner Familie zu erinnern: an Bucker und Murmeln, an Krümel und an Räuberleitern.
Euch allen wünsche ich ebenfalls viel Spaß bei der Entdeckungsreise durch die Welt der deutschen Dialekte! Hier ist der Link!

Sprachgeschluder

Das lässt ja hoffen! Immerhin scheint die Regisseurin die Grundbegriffe ihres Handwerks (hier: Textinterpretation) zu beherrschen, oder sie hat wenigstens den Wikipedia-Eintrag zum Stück DIE EHE DES HERRN MISSISSIPPI gelesen. 


All das kann man vom Autor dieses Artikels nicht behaupten. Was und wie er schreibt, hat nicht einmal Schülerzeitungsniveau und wird von Zeile zu Zeile immer peinlicher: 

Dass eine Komödie lustig ist – Donnerwetter! Und die Regisseurin hat tatsächlich das Stück (man stelle sich das mal vor!) gelesen, bevor sie es inszeniert hat! Der eigentlich interessante Aspekt hinter dem Artikel scheint diesem Bengel Journalisten jungen Herrn ziemlich wurscht zu sein, nämlich die Frage, woran es wohl liegen könnte, dass DIE EHE DES HERRN MISSISSIPPI von Dürrenmatt das Publikumsvoting im Thalia Theater gewonnen hat. Angesichts der Tatsache, dass niemand (= der Artikelschreiber und die Regisseurin bei Auftragserteilung) dieses Stück kennt, wäre das doch eine spannende Frage …

Hier geht’s zum Artikel auf SPON

Die Schreibstube unterwegs – Buchpremiere in Fürstenwalde

Auf den Erfolg von STADTVERLIEBT!
(Foto: Christina Roch)

Das war ein schöner und fröhlicher Tag in Fürstenwalde mit Rita Kahnt und Familie!
Unsere Autorin feierte am 23. März 2013 die Buchpremiere ihres Lyrikbändchens STADTVERLIEBT, das soeben im MyStory Verlag erschienen ist. Ich hatte die Ehre, den Verlag zu vertreten. Das Datum war gut gewählt: ein runder Geburtstag und die 4. Fürstenwalder Shoppingnacht. Dabei habe ich gemeinsam mit Rita Kahnt Fürstenwalde entdeckt und werde bestimmt bald wiederkommen. Denn jetzt bin auch ich STADTVERLIEBT …

Ich durfte Rita Kahnts Texte lektorieren – die reine Wonne! – und wurde wie eine gute Freundin empfangen. Rita Kahnt ist die beste aller möglichen Stadtführerinnen, und ihre Familie ist genauso wunderbar wie sie. 

In der Märkischen Oderzeitung war sogar ein kleiner Bericht mit Foto. Hier der Link zur Märkischen Oderzeitung
Nochmals vielen Dank in die Spreestadt: Dieser Tag hat mich sehr glücklich gemacht. 

Tolle Überraschung im Nachhinein: Innerhalb von vier Tagen wurde bereits die Hälfte der Startauflage verkauft!


Neues aus der Texterei

Arbeit für die Arbeitsagentur!

(…)
In der Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die Linke) steht, dass die Bundesagentur allein in diesem Jahr bis Ende November 346 Weisungen veröffentlicht hat. Und weiter heißt es in der Antwort: „Die Weisungen hatten insgesamt einen Umfang von 921 Seiten nebst 8.105 Seiten Anlage.“

(…)

Zitat aus der Süddeutschen unter der Überschrift: „Bundesagentur macht Arbeit“. 
Link zur Süddeutschen

Aha! Allein 346 Weisungen – die nicht nur gelesen und verstanden, sondern auch umgesetzt und befolgt werden müssen. Bei ca. 230 Arbeitstagen (Urlaubstage sind berücksichtigt, Krankheitstage nicht) ergibt das ca. 1,5 Weisungen pro Arbeitstag. Etwa vier Seiten müssen dafür täglich gelesen werden. Wer noch die Anlagen lesen möchte, hat ein zusätzliches Pensum von mehr als 35 Seiten. Nicht schlecht! 

Das erklärt natürlich auch, warum sich auch hier die Mitarbeiter/-innen nicht mehr so richtig um die Arbeitsuchenden kümmern können … 

Textgeschluder

Verkehrt, bekloppt, bescheuert – Unwörter im Alltag
Einige Wortbildungen der letzten Jahre treiben mich immer wieder zur Verzweiflung. Wie kann man so ein irreführendes Wort wie Flugananas erfinden?
Ich habe es ausprobiert: Die Dinger können überhaupt nicht fliegen! Nicht mal über kurze Strecken. Sie können nur fallen. Ich habe in meinem bevorzugten Obst- und Gemüseladen eine angebliche Flugananas lediglich in Brusthöhe mit ausgestrecktem rechten Arm gehalten und losgelassen. Sie zeigte ein sehr schlechtes Flugverhalten, das heißt: Sie plumpste einfach zu Boden bzw. sie wäre auf den Boden gefallen, wenn der Gemüsedealer sie nicht mit einem schnellen Sprung, den er vom American Football abgekuckt haben musste, kurz vor dem Aufprall gefangen hätte. 
Also: Flugananas – ohne mich!

Neues aus der Texterei

Leider wurde diese Suchanzeige einer Berliner WG inzwischen gelöscht. Schade – ich hätte mich gern gemeldet, um wenigstens einmal in der WohnKüche rumzusitzen. Aber bestimmt treffen wir uns mal auf einer politisch-kritischen Veranstaltung oder beim Nachdenken!

„Wir verorten uns anarchistisch / linksradikal / (pro) queer-feministisch / anti-patriarchal und leben vegan. Auf struktureller Ebene sind wir alle unterschiedlich positioniert, d.h wir profitieren bzw. sind negativ von verschiedenen MachtStrukturen betroffen: hier wohnen sowohl weiblich als auch männlich erstsozialisierte Personen, einige haben einen Mittelklassebackground und andere haben Klassenwechsel erlebt. Eine Person ist negativ von Rassismus betroffen und die anderen drei sind weiß positioniert. Wir setzen uns alltäglich auseinander u.a mit Themen wie Privilegien, Support, Awareness, sensibles Miteinander, Gender – (queer) Feminismen, weißSein, Rassismus, Adultismus, Gewaltfreie Kommunikation etc. Jede_r von uns ist jeweils verschieden weit in den Themen drin und steckt in unterschiedlichen Prozessen.
Wir machen mind. 1 pro Woche einen WG-Abend/Plenum, bei dem wir uns Zeit nehmen emotionale, soziale, organisatorische und andere präsente Themen zu besprechen. Wir versuchen mitfühlend und bedürfnisorientiert miteinander umzugehen. Wir sitzen öfter in der WohnKüche rum, redend, kochend, essend und gehen öfter zu politisch-kritischen Veranstaltungen, denken über Aktionen und Interventionsmöglichkeiten nach.“

Leute, ihr wisst echt, wie man sich amüsiert!