Out of Friedenau – die Schreibstube unterwegs

Stadt Lesen

Vom 3. bis zum 6. Mai gibt es auf dem Bebelplatz Lesespaß für Groß und Klein. Von 9 Uhr bis zum Dunkelwerden können Leseratten und Bücherwürmer mal so richtig nach Herzenslust schmökern. Der Eintritt ist frei – nicht nur die Bücher, auch die Sitzgelegenheiten werden gestellt. Alle, die ihre eigenen Texte einem Publikum präsentieren möchten, können in der „Readers Corner“ auftreten.


Am Sonntag, 6. Mai ist Familienlesetag. Dann ist extra viel Kinder- und Jugendliteratur in den Büchertürmen zu finden. 

Auch der Integrationslesetag am Freitag ist eine gute Idee. Dann stehen Menschen mit Migrationshintergrund mit ihren literarischen Werken im Mittelpunkt. Muttersprachliche Texte aus allen Sprachen können und sollen dann vorgetragen werden.

Also: Nix wie hin, wenn sich der Bebelplatz in ein riesiges, schönes Lesewohnzimmer verwandelt!

Neues aus der Texterei

Arbeit für die Arbeitsagentur!

(…)
In der Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die Linke) steht, dass die Bundesagentur allein in diesem Jahr bis Ende November 346 Weisungen veröffentlicht hat. Und weiter heißt es in der Antwort: „Die Weisungen hatten insgesamt einen Umfang von 921 Seiten nebst 8.105 Seiten Anlage.“

(…)

Zitat aus der Süddeutschen unter der Überschrift: „Bundesagentur macht Arbeit“. 
Link zur Süddeutschen

Aha! Allein 346 Weisungen – die nicht nur gelesen und verstanden, sondern auch umgesetzt und befolgt werden müssen. Bei ca. 230 Arbeitstagen (Urlaubstage sind berücksichtigt, Krankheitstage nicht) ergibt das ca. 1,5 Weisungen pro Arbeitstag. Etwa vier Seiten müssen dafür täglich gelesen werden. Wer noch die Anlagen lesen möchte, hat ein zusätzliches Pensum von mehr als 35 Seiten. Nicht schlecht! 

Das erklärt natürlich auch, warum sich auch hier die Mitarbeiter/-innen nicht mehr so richtig um die Arbeitsuchenden kümmern können … 

Schreibtipps aus der Schreibstube

Online-Wörterbücher für Szenesprachen/Jugendsprache
Für alle, die mit dem Lesen oder Schreiben zu tun haben, die Deutsch unterrichten oder sich einfach auf dem Laufenden halten wollen – meine persönliche Hitliste:

Platz 1: 
http://szenesprachenwiki.de/words/verzeichnis/?o=l&f=
Liebevoll gestaltet – es macht Spaß, die kleinen Texte zu lesen. Super: umfangreiche Sammlung, die ständig ergänzt wird. Das Projekt von Duden Verlag und TrendBüro dient dazu, die Neuauflage des Buches vorzubereiten, das 2009 unter dem Titel „Neues Wörterbuch der Szenesprachen“ erschienen ist. Hier kann man also selbst mitarbeiten! Der Ferrari unter den online-Jugendsprache-Wörterbüchern! 1a, megacool, endlaser, unfassbar töfte!

Platz 2: 
http://www.fremdwort.de/jugendsprache/jugendsprache-a.php
Als Unterabteilung des kostenlosen Online-Fremdwörterbuchs findet sich hier die Jugendsprache zwischen anderen Fremdwörterverzeichnissen. Ein Portal, das optisch nicht viel bietet und trotzdem informativ ist. Die Erklärungen sind kurz, trocken – wie in einem normalen Lexikon. Die Sparvariante für zielbewusste Leser: nützlich, aber uncool!

Platz 3: 
http://www.goethe.de/Z/jetzt/dejwort/dejwort.htm
Wie alles vom Goethe Institut kompetent und seriös: kleines alphabetisches Verzeichnis (sehr gemäßigter) Jugendsprache zusammen mit umgangssprachlichen Begriffen. Gut: die Beispiele! Geeignet für alle, die Deutsch lernen, DaF lehren und einen Einstieg in die Umgangssprache suchen. Minus: Das Wörterbuch beruht auf bestimmten Texten. Deshalb finden sich hier auch Begriffe, die weder zur Jugendsprache noch zur Umgangssprache gehören. Das irritiert etwas. Insgesamt aber guter Einstieg für Deutschlernende!
 

Und wer sich nur mal kurz aufschlauen will – hier ist der Link zu einem echt krassen Quiz: 
http://www.zeit.de/online/2009/26/quiz-szenesprachen
Viel Spaß!