Out of Friedenau – die Schreibstube unterwegs

Am kommenden Donnerstag, 13. September 2012, gibt es ab 16:00 Uhr im Englischen Garten  am Berliner Tiergarten was zu feiern:

1 Diamond Jubilee, nämlich das 60. Thronjubiläum von Queen Elizabeth
und 
1 Geburtstag, nämlich der 60. des Englischen Gartens.

Aus diesem Anlass gibt es ein prima Programm mit viel Musik, Partystimmung, einer Baumpflanzung, prominenten Gästen und einem großen Schlussfeuerwerk. Der Eintritt ist kostenlos. Das Teehaus bietet Speisen und Getränke zu zivilen Preisen. Wir sind dabei und freuen uns auf einen wunderbaren Nachmittag mit Gurkensandwiches, Tee und guter Laune!

(… übrigens auch eine schöne Idee für Berlin-Gäste!)

Hier sind weitere Infos:
Link zum Teehaus im Englischen Garten


Kulturtipps für Berlin

Die internationale Kunstszene trifft sich vom 11.-16. September in Berlin zur BERLIN ART WEEK, und im Rahmen dieser Kunstwoche gibt es auch wieder die PREVIEW BERLIN ART FAIR, eine Kunstmesse mit Werken aus Berliner Galerien, von Berliner Künstlern und in Zusammenarbeit mit Hochschulen, wo bildende Künstler aller Richtungen ihre Werke präsentieren.

Alle, die sich für die äußerst lebendige Berliner Kunstszene interessieren, können hier vom 13. bis 16. September die Werke etablierter Künstler und hoffnungsvoller Newcomer betrachten, Entdeckungen machen und Kunst erwerben.

Zur Eröffnung am Donnerstag, 13. September, ist von 18 bis 22 Uhr der Eintritt frei!

Ort: Hangar 2 – Flughafen Berlin-Tempelhof
Columbiadamm 10
12101 Berlin

Link zu PREVIEW BERLIN

Neues aus der Texterei – Tag der deutschen Sprache 2012

Heute ist Tag der deutschen Sprache – eine gute Gelegenheit, mal mit ein paar Missverständnissen aufzuräumen, die mir als Lektorin im Gespräch mit schreibenden Menschen immer wieder begegnen:

1. Missverständnis: Die deutsche Sprache, das sind Goethe und Schiller! Danach kamen nur noch Nichtskönner – einzige Ausnahme evtl. Thomas Mann.
Dieses Argument kommt meistens von Leuten, die entweder noch nie oder in den letzten 60 Jahren nicht mehr Goethe und Schiller gelesen haben. Merkwürdigerweise lehnen es manche rundweg ab, moderne Autoren (seit ca. 1900) überhaupt zu lesen. Mir begegnen sogar immer mehr Menschen, die schreiben wollen und generell nicht lesen. 

Schrecklich! Merke: Wer erfolgreich schreiben will, muss das Lesen lieben, den Literaturmarkt beobachten, sich mit der Konkurrenz beschäftigen und in der Lage sein, Qualität bei anderen zu erkennen.

2. Missverständnis: Die deutsche Sprache verarmt.
Kann ich so nicht unterschreiben. Welche deutsche Sprache will man hier zur Grundlage nehmen? Die des 18. Jahrhunderts (s.o)? Seitdem hat sich unsere Sprache stark verändert – fürwahr! Aber Veränderung heißt nicht Verarmung, und tatsächlich sind in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten viel mehr neue Wörter in die deutsche Sprache hereingekommen als verschwunden. Unser theoretisch möglicher Wortschatz wird also ständig größer, und wir können durch unser Sprachverhalten selbst dazu beitragen, dass Wörter bekannt bleiben, oder wir können bestimmte Wörter dem Vergessen entreißen, indem wir sie weiter verwenden. Wer kennt heute noch Begriffe wie Tornister, Hagestolz oder blümerant?

3. Missverständnis: Ich muss kompliziert formulieren, damit die Leser sehen, wie gut ich die Sprache beherrsche. Das nennt man dann einen guten Stil. 
Nicht nur bei Autoren, sondern auch in Schule und Universität beliebte Argumentation, um schwer verdauliche Texte zu rechtfertigen. Ganz übel! Wer seine Sprache beherrscht, ist auch in der Lage, sich einfach, klar und verständlich auszudrücken. Und ein eigener Stil entwickelt sich durch ständiges Nachdenken und Schreiben, nicht durch die Verwendung von Schachtelsätzen. Will ich angeben oder will ich verstanden werden?

4. Missverständnis: Das Wichtigste für die deutsche Sprache sind korrekte Rechtschreibung und Grammatik.
Nein! Das Wichtigste ist der Inhalt und das, was ich ausdrücken möchte. Rechtschreibung und Grammatik sind Handwerksmittel, die es erleichtern, Inhalte zu vermitteln. Das wird oft vergessen, so dass Grammatik und Rechtschreibung – nicht nur im Deutschunterricht – zum Selbstzweck werden. Besonders unerfahrene Autoren neigen dazu. Es nützt nichts, wenn ich einwandfrei formulieren und fehlerfrei schreiben kann. Auf den Inhalt kommt es an! Fehler lassen sich korrigieren, wenn die Geschichte stimmt. Aber die Aneinanderreihung korrekt geschriebener Wörter ergibt noch lange keine Geschichte. 

Wer sich wirklich aktiv für die Pflege der deutschen Sprache einsetzen möchte, sollte mehr lesen, mehr schreiben, mehr zuhören und mehr sprechen. Denn die beste Werbung für unsere Sprache sind – wir!

Schreibtipps aus der Schreibstube

Viele, die schreiben, haben ein Problem: Sie brauchen jemanden, der ihren Text wohlwollend und sachkundig liest und ihnen zeigt, wo und wie ein Text optimierungsbedürftig ist. Dabei geht es um Rechtschreibung und Zeichensetzung, um Inhalt und Ziel eines Textes, aber auch um generelle Grundlagen des professionellen Schreibens, zum Beispiel um Stilregeln. Besonders wenn eine Veröffentlichung geplant ist, empfiehlt es sich, diese Regeln kennenzulernen und zu befolgen.

Entgegen der landläufigen Meinung haben diese Regeln nichts mit dem persönlichen Geschmack des Lesers, sondern schlicht mit Handwerk zu tun. Selbst Profis brauchen Lektoren, die ihnen inhaltlich und stilistisch auf die Sprünge helfen, umso mehr die große Schar der Hobbyschreiber. Freunde und Verwandtschaft sind zwar meistens die ersten, aber nicht immer die besten Ratgeber. Das gilt sogar für viele DeutschlehrerInnen, die oft nicht wissen, welche stilistischen Anforderungen für Profischreiber gelten. Warum also nicht mal ein E-Lektorat ausprobieren?

Neben den kostenlosen Online-Rechtschreibprüfungen, von denen in diesem Blog bereits die Rede war: http://friedenauer-schreibstube.blogspot.de/2012/05/schreibtipps-aus-der-schreibstube.html – gibt es auch einige Angebote für kostenlose E-Lektorate. Ich stelle zwei Angebote vor, die mir gut gefallen haben:

Hier werden Texte auf Füllwörter untersucht. Der korrigierte Text erscheint in einem zweitem Fenster.
Textmenge: unbegrenzt (Empfehlung: Texte seiten- oder maximal kapitelweise eingeben!)
Besonders gut: große Anzahl möglicher Füllwörter (variabel einzustellen)
Der Testsatz: Auch Heini hatte also irgendwie doch noch ein bisschen Zeit.
Das Ergebnis: (Auch) Heini hatte (also) (irgendwie) (doch) noch ein bisschen Zeit.
Fazit: prima Angebot für ambitionierte Schreiber – übersichtlich, mit ausführlicher Beschreibung und zusätzlichen Schreibtipps!

Letter Factory
Ebenfalls Suche nach Füllwörtern. Man kann unter verschiedenen Varianten wählen und Füllwörter markieren, streichen oder durch xxx ersetzen lassen. Das ist sehr nützlich! Der korrigierte Text erscheint im Eingabefenster.
Textmenge: unbegrenzt (Empfehlung:Texte seiten- oder kapitelweise einzugeben!)
Besonders gut: Man kann zusätzlich zu den gelisteten Füllwörtern (weniger als beim Schreiblabor) eigene Wörter eingeben – das ist nützlich, wenn man seine Macken kennt und weiß, welche Wörter man allzu gern und allzu oft verwendet. 
Der Testsatz: Auch Heini hatte also irgendwie doch noch ein bisschen Zeit. 
(Zur Bearbeitung gewählt: Markierung xxx)
Das Ergebnis: xxx Heini hatte xxx xxx xxx noch ein bisschen Zeit.
Fazit: gutes Angebot, das einige Kenntnisse voraussetzt, daher eher für versierte Schreiber. 

Die Suche nach Füllwörtern lässt sich natürlich leicht online vollziehen. Alle anderen Aspekte eines Lektorats (z. B. Wiederholungen, inhaltliche und logische Fehler, Verständlichkeit) kommen bei kostenlosen Online-Angeboten naturgemäß zu kurz. Die Textart – literarisch, wissenschaftlich, berufsbezogen? – spielt ebenfalls eine Rolle. 

Am zuverlässigsten ist das individuelle Lektorat inklusive Beratung durch einen sachkundigen, kollegialen Profi und sinnvollerweise verbunden mit einem Korrektorat. Wer mehr darüber wissen will – einfach die Friedenauer Schreibstube kontaktieren: Telefon 030 33772832 oder E-Mail: info@kulturspirale.de

Lieblingsclips

Sesamstraße – Geheimwissen
… und am Donnerstag geht es wieder mal um ein bisschen Geheimwissen aus dem Lektoratsbüro – Tipps für Autorinnen und Autoren zum Thema E-Lektorat


Dürerkiez und Malerviertel – das Cranach-Dinner

Am Samstagnachmittag, 8. September 2012, feiert der Dürerkiez eine große Nachbarschaftsparty: das Cranach-Dinner. Gemeinsam essen, trinken, reden, lachen, spielen … alle sind herzlich eingeladen!

Auf einer langen Tafel werden kulinarische Sensationen, kleine Köstlichkeiten, Kuchen und andere Leckereien präsentiert – und das Schönste: Jeder kann zum Gelingen der Kiezparty beitragen.

Alle Gäste bringen selbst ihre Speisen mit, ebenso Stühle, Tische, Geschirr (bitte kein Einweg!) und Getränke. Ab 14.00 Uhr sind auf dem Bürgersteig der Cranachstraße zwischen Dürerplatz und Beckerstraße die Tische gedeckt. 

Die Schreibstube ist natürlich dabei – auf gute Nachbarschaft!

Kulturtipps für Berlin!

Neues aus der Mendelssohn-Remise
Ab 13. September lädt die Mendelssohn-Gesellschaft jeden Donnerstag um 16.30 Uhr zur „Teestunde“.
Bei freiem Eintritt gibt es ein wechselndes Programm mit Lesungen, Konzerten und Führungen. Zum Start liest die Schauspielerin und Regisseurin Blanche Kommerell aus Werken von Hermann Hesse, begleitet von Wolfgang Bender (Violine).

Vorher oder im Anschluss sollte man sich einen Gang durch die Ausstellung über die Familie Mendelssohn gönnen!

Adresse: Jägerstraße 51, 10117 Berlin-MitteLink zur Mendelssohn-Remise