So spricht Berlin … Balinan füa alle, wa!

Zu Beginn eine erfreuliche Nachricht: Das Berlinerische ist seit einigen Jahren als so etwas Ähnliches wie ein Dialekt anerkannt! Allerorten kann man lesen, es handle sich dabei um einen so genannten „Metrolekt“, was vermutlich die Tatsache berücksichtigen soll, dass hier ziemlich viel los ist und viele Leute viel reden. Das ist ein Fortschritt. Galt das Berlinerische früher oft als Unart, die es zu bekämpfen galt („Meechen, sprich orntlich, machde ßehne außenanda!“), so hat es heute beinahe schon den Rang einer echten Mundart. Das ist toll. Aber, man muss es leider erwähnen, das Berlinerische wird langsam, aber sicher aussterben, wenn sich niemand um den Erhalt kümmert.

Der Grund: Immer weniger Berliner berlinern, und Neuberliner haben meist wenig Ehrgeiz, sich der neuen Umgebung auch sprachlich anzunähern, und auch oft keine Gelegenheit dazu, weil immer weniger Berliner berlinern. Schade, eigentlich! Während mein Großvater Karl noch am Dialekt erkennen konnte, ob jemand aus Charlottenburg, Köpenick oder Spandau kam – ich erspare mir an dieser Stelle jede Anspielung auf die Beziehung zwischen Spandau und Berlin, hierzu wurde bereits alles gesagt! – so sind geübte Ohren heute meist gerade noch in der Lage, das Brandenburgische vom Berlinerischen zu unterscheiden. Berlinert wird also nicht nur in Berlin, sondern selbstverständlich auch im Umland – eine Tatsache, die manchen Touristen überrascht. Wer berlinert, der berlinert, der angermündet nicht und der jüterbogt auch nicht. Ebenso wie jeder andere Dialekt unterscheidet sich auch das Berlinerische je nach Region. Es gibt deshalb auch kein richtiges oder falsches Berlinern. Also, nur Mut: einfach probieren!
Neugierig? – Bald startet hier der Kurs „Balinan füa alle, wa“!
Demnächst in diesem Blog …