Neues aus der Texterei

Da gibt es diese Kulturzeitschrift MERKUR – deutlich anspruchsvoller als die meisten anderen Publikationen, seit mehr als 60 Jahren hoch angesehen. Ein Monument der deutschen Essayistik, sozusagen. Im Dezember erschien ein Heft mit Texten ausschließlich von Frauen. Man hat kein großes Brimborium darum veranstaltet, es gab ein paar interessante Reaktionen, aber die Quintessenz des Ganzen lautet: Es gibt zu wenig Frauen, die Texte für den MERKUR schreiben oder schreiben könnten. Eine These lautet, dass das Image der Zeitschrift Frauen abschreckt. Stimmt das womöglich? – Hoffentlich nicht!

Zusammengefasst steht da im Editorial: „Frauen sind im Schnitt skrupulöser und zögerlicher, haben weniger den Drang, sich über Themen zu äußern, die (ihrer Wahrnehmung nach) außerhalb ihrer Kernkompetenz liegen und feilen länger an den Texten.“

Ist das wirklich so? – Wenn ich mir meine eigene Arbeit ansehe, dann gebe ich zu, dass ich wirklich oft Skrupel habe, gelegentlich geradezu ängstlich bin. Und ich feile manchmal ewig an meinen Texten, immer in der Hoffnung, dass es was bringt. Bisher bin ich auch noch nie auf die Idee gekommen, mal eben ein Essay abzusondern über ein Thema, mit dem ich mich eher wenig beschäftige. Aber warum eigentlich nicht? Man könnte ja einfach mal was runterschreiben, so chevaleresk dahinbramarbasieren über dies und das, vielleicht aus Wut oder Freude. Beides hilft bekanntlich heftig bei der Textentwicklung.

Jedenfalls bittet die Redaktion Frauen ausdrücklich darum, Texte einzusenden. Auch unverlangt. Ich werd`s probieren. Wer macht mit?

Link zum Editorial

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