Sprachgeschluder

„Wir haben den Mut, in großen Linien zu denken“
(Berliner CDU-Chef Frank Henkel lt. Tagesspiegel, 18.11.11)
Herzlichen Glückwunsch, Herr Henkel! Endlich mal ein Politiker, der uns normalen Menschen überlegen ist. Toll! Sie können in großen Linien denken. Wie machen Sie das? In Linien denken ist eine echte Herausforderung. Wie oft habe ich schon in einer Linie gesessen und versucht zu denken! Eigentlich denke ich sowieso lieber in kleinen Cafés als in großen Linien, falls ich’s mir aussuchen darf.
Oder meinen Sie die großen Linien mehr symbolisch, weder geometrisch noch konkret ortsbezogen, irgendwie im übertragenen Sinne bzw. eher bildlich gesprochen oder so? Allerdings erweisen sich diese Linien als durchaus widerspenstig, was ihre Ausstattung mit passenden Adjektiven betrifft. Da gibt es die lange und die kurze Linie, die schmale und sogar die schlanke Linie sowie gerade und gekrümmte Linien, nicht zu vergessen die klare, die harte und die gemeinsame Linie … so viele Linien. Aber große Linien?
Zukünftig sollten Sie in erster Linie darauf bedacht sein, eine einheitliche Linie zu finden und nicht auf ganzer Linie zu enttäuschen.

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