Berlinale-Krümel

Freitag, 10. Februar:
Dialog auf der Damentoilette im CinemaxX: „Jule, hier gibt es nun mal jetzt kein Popcorn, und ich möchte das nicht weiter thematisieren. Mach da bitte nicht wieder ’ne große Nummer draus!“

Im Presseschreibzimmer des Hyatt war ich zunächst beeindruckt: Alle PC-Arbeitsplätze besetzt, viele Menschen aus aller Herren Länder schrieben drauflos, als bekämen sie’s bezahlt – hoffentlich! – und hackten ihre Artikel in die festivalseitig bereitgestellten PCs. Keiner trieb sich in Facebook oder anderen sozialen Auffangnetzen herum, hier und da wurden Mails geschrieben. Dann ergatterte ich ein freies Plätzchen und war gleich im E-Mail-Account eines Kollegen, der offenbar ziemlich viel zu tun hat, wenn man sich an seinem Posteingang orientiert. Ich war artig, hab ihn abgemeldet, ohne auch nur eine Überschrift zu lesen. Armer Junge: am zweiten Tag schon völlig fertig … war wohl ’ne lange Nacht!
Wenn ich noch einmal einen Kerl auf der Leinwand sehe, der melancholisch in die Ferne starrt (Wald, Wiese, Meer), dazu im Off assoziativ vor sich hinschwallt und das Ganze beim offenbar kaum weniger dämlichen Regisseur auch noch als sensible Kunstentäußerung durchkriegt, dann werde ich sofort aufstehen und mit dem Ruf „Zickezacke, Hühnerkacke!“ den Saal verlassen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.