Berlinale-Krümel

Sonnabend, 11. Februar 2012:
Dass man auf einem Berlinale-Empfang Rentierschinken essen kann, ist eher ungewöhnlich. Heute geschehen auf dem Empfang des „Indigenous Film Circle“, wo ich das erste Mal samische Trachten live erleben durfte. Inzwischen weiß ich, dass es ein Samisches Filmfestival gibt – mit dem einzigen Drive In-Motorschlittenkino der Welt. Ich habe nicht nur Rentierfleisch probiert, sondern auch Fladenbrot mit gebackenem Lachskaviar (!?) und vor allem hab ich die Infobroschüre mitgenommen, die auf dem Empfang auslag. Eine tolle Idee: Filmleute aus der ganzen Welt, die indigenen Völkern angehören, haben sich zusammengeschlossen. Zu ihnen gehören Maori, Samen, Maya, Inuit, Angehörige der First Nations und viele andere, die gemeinsam dafür arbeiten, dass mehr indigene Filmgeschichten erzählt werden. Mehr dazu auf http://indigenousfilmcircle.com

Gestern hat wieder nach der Pressevorstellung ein einzelner gebuht. Ich glaube, es ist immer derselbe. Hier die Beschreibung: Er trägt ausschließlich schwarze Klamotten, lebt allein in Berlin-Schöneberg, isst ausschließlich an Imbissbuden und auf Empfängen, telefoniert sonntags mit seiner 82jährigen Mutter in Preußisch Oldendorf, er hat zirka 5.000 Filme im Kino gesehen – alles Mist außer vielleicht „Der müde Tod“ (Fritz Lang, 1921) -, er spricht alle Originaltitel korrekt aus („… es heißt Potjomkin!“) und hatte noch nie Sex außer mit sich selbst, weil er sich nicht entscheiden kann, ob er hetero oder schwul ist. Okay, dies alles trifft vermutlich auf 80 Prozent aller Filmkritiker zu, aber trotzdem: Pfui Deibel!

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