Berlinale-Krümel

Sonntag, 12. Februar 2012:
Als der Friedrichstadtpalast Berlinale-Kino wurde, habe ich geschäumt: So vielen richtigen Kinos in der Stadt geht’s richtig schlecht, und die Berlinale hat nix Besseres zu tun, als schon wieder eine Unmasse Geld in ein defizitäres Revuetheater zu stopfen, ausverschämte Geldverbrennung, da mach ich nicht mit, nie würde ich während des Festivals auch nur einen Fuß … was man Derartiges so dahinsagt im jugendlichen Übermut.
Sorry – ich nehme alles zurück. Gestern hab ich zum ersten Mal im Friedrichstadtpalast einen Film gesehen anstelle von Hupfdohlen und, ich sag es wirklich nicht gerne:
Es hat mir besser gefallen als im Berlinale-Palast.
Man sieht gut, auch in den vorderen Reihen. Die Leinwand ist riesengroß, Ton und Bild sind okay, die Sitzreihen ein bisschen eng, dafür wirkt das Haus im Gegensatz zum Berlinale-Palast auch als Kino großzügig und geräumig, sehr viel atmungsaktiver und entspannter.

Aber was hat der kleine Pinökel genau oben in der Mitte der Leinwand zu suchen?
Vernünftige Entscheidung: Es gibt keine Pressefächer mehr. Vermisst sie jemand? Ich möchte nicht wissen, wie viele tausend Blatt jeden Tag hier verteilt wurden. Jedes Jahr wurden es mehr. Ganze Wälder sind dafür draufgegangen … wer sollte das denn alles lesen?
Stattdessen bekommt man jetzt Tausende von E-Mails. Aber das macht mir komischerweise nix aus. Ich klick einfach weg, was mich nicht interessiert, und habe damit viel weniger Arbeit als mit den Papierstapeln.

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