Neue Rechtschreibung – kein Problem! (4)

Heute eine sehr einfache Änderung: Wortverbindungen mit dem Verb (Tätigkeitswort) „sein“ werden getrennt geschrieben. Dies schließt natürlich auch sämtliche Verbformen ein, wie beispielsweise „war, gewesen“. Hier hat man eine sehr einprägsame eindeutige Regelung geschaffen. Das hört und liest sich jedenfalls schon mal sehr einfach.
Schwierigkeiten gibt es vor allem dann, wenn „sein“ nicht als Verb, sondern als Nomen (Hauptwort) verwendet wird. Dann kommen viele, auch versierte Schreiber ins Grübeln. In diesem Falle ist nicht nur die Großschreibung, sondern auch die Zusammenschreibung angesagt. Unser Zusammensein, mein Hiersein … das ist stilistisch nicht immer der große Wurf, aber korrekt. Trotzdem gibt es immer noch Zweifelsfälle.
Für die Olympischen Spiele gilt: Dabei sein ist alles! Oder heißt es: Dabeisein ist alles?
Tatsächlich sind hier beide Schreibungen erlaubt. Denn man kann nicht klar erkennen, ob es sich um ein Verb oder um ein Nomen handelt.
Übrigens gibt es eine Wortverbindung mit dem kleinen Wörtchen „sein“, in der ebenfalls die Zusammenschreibung erlaubt ist, wobei hier das zweite Verb nachgestellt wird. Es handelt sich um „seinlassen“ (mit Betonung auf dem „sein“), und zwar nur in der Bedeutung „etwas nicht tun“. Sie wollten ihn Sieger sein lassen – hier muss getrennt geschrieben werden.
Um diese kleine Ausnahme kümmere ich mich nicht. Ich empfehle in allen Fällen und der Einfachheit halber die Getrenntschreibung von Wortverbindungen mit dem Verb „sein“.

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