Out of Friedenau – die Schreibstube unterwegs

Tag der Offenen Tür in den Ministergärten
Nur ein paar Schritte vom Potsdamer Platz liegt eine Straße, in der gleich mehrere Landesvertretungen zu Hause sind: In den Ministergärten heißt dieser Ort, wo zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober die Türen weit geöffnet sind für Gäste. 
Das macht richtig Spaß, denn man kann nicht nur bei freiem Eintritt sieben architektonisch interessante Landesvertretungen besichtigen – sogar die Dachterrasse der rheinland-pfälzischen Vertretung mit wunderbarer Aussicht über Berlins Mitte! – sondern man kann Informationen über die Länder bekommen, ein bisschen Kulturprogramm genießen und regionale kulinarische Spezialitäten zu günstigen Preisen probieren. Für das Amüsement der Kinder ist ebenfalls gesorgt!
Wer den Feiertag etwas abseits des großen Trubels in angenehmer Gesellschaft verbringen möchte, um selbst mal was Neues zu sehen oder Berlingäste herumzuführen, der ist hier bestens aufgehoben!

Schreibcafé und Kulturstammtisch!

Am Montag, 1. Oktober findet wieder unser Kulturstammtisch im Restaurant FreiRaum statt. Hier treffen sich Kulturfans, Kreative und Kunstschaffende aller Richtungen zum lockeren Gespräch in angenehmer Runde über Tipps, Events, Projekte und Ideen rund ums Berliner und Brandenburger Kulturleben. Eintritt frei – alle Gäste sind herzlich willkommen! Selbstverständlich kann man Visitenkarten und Flyer mitbringen, um eigene Kunstprojekte vorzustellen.

Vor dem Kulturstammtisch gibt es das Schreibcafé: Textambulanz und Manuskript-Kurzberatung für alle, die schreiben müssen oder möchten – von der Bewerbung über den Flyertext bis zum Behördenbrief. (Kostenbeitrag: 5 Euro je Text und Kurzberatung, kleiner Softdrink inklusive)

Weitere Informationen unter: sikorski@kulturspirale.de oder 030 33 77 28 32.

Hier die genauen Infos:

Montag, 1. Oktober 2012
ab 17:00 Uhr: Schreibcafé
ab 19:00 Uhr: Kulturstammtisch
Restaurant FreiRaum
Beckerstraße 12 in 12157 Berlin-Friedenau

Sprachgeschluder

(Aus einer Online-Rezension über den Roman DIE ERDFRESSERIN)

Link zu www.literaturkritik.de
… „Feinfühlig, beinahe psychologisch geschult verdichtet Rabinowich das Dickicht dieses Schicksals, in das vermutlich nicht nur von ihr gedolmetschte Therapiesitzungen einflossen, sondern auch das Schicksal der irischen Sängerin Sinéad O’Connor durchaus Pate gestanden haben könnte. Außerdem lassen sich intertextuelle Bezüge zu Dostojewskis „Idiot“ und „Schuld und Sühne“ sowohl auf der thematischen als auch motivischen Ebene feststellen. Die Sprache des Romans zeichnet sich durch Leichtigkeit und Lebendigkeit aus.  …“

Nun, das lässt sich von dieser Rezension nicht gerade sagen. Jedenfalls kann ich mich nicht für das verdichtete Dickicht dieses Schicksals begeistern. Und viel Lust, das Buch zu lesen, hab ich jetzt auch nicht mehr.

Das alte Thema: DASS oder DAS?

Die deutsche Sprache hält für ihre Fans viele Herausforderungen bereit – aber die größte von allen scheint die Frage zu sein, ob man DASS oder DAS schreibt. Selbst Profischreiber haben damit Probleme. Ich kenne Journalisten, die mit Trefferquoten unter 25 Prozent arbeiten. Dabei lässt sich diese Frage nicht nur logisch, sondern auch ziemlich kurz beantworten. Hier die ultimative Erklärung:

Das kleine Wörtchen DAS ist von der Wortart her
1. ein bestimmter Artikel – Beispiel: das Haus 
2. ein Demonstrativpronomen – Beispiel: Das ist toll!
3. ein Relativpronomen – Beispiel: Ein Kind, das lacht, freut sich.

Für alle diese Wortarten gilt: Sie haben irgendetwas mit Substantiven (oder Nomen oder Hauptwörtern oder Dingwörtern) zu tun. Deshalb kann man statt DAS auch dies(es), jenes oder welches einsetzen:

Beispiel: 
das Haus – dieses Haus
Das ist toll! – Dies ist toll!
Ein Kind, das lacht, freut sich. – Ein Kind, welches lacht, freut sich.

Man ersetzt also Artikel bzw. Pronomen durch ein anderes Pronomen. Wenn man NICHT dieses, jenes oder welches einsetzen kann, muss DASS mit „ss“ geschrieben werden.
Denn: DASS ist eine Konjunktion – ein Bindewort. Es verbindet einen Hauptsatz mit einem Nebensatz.

Beispiel: Ich bin sicher, dass Sie diese Regeln kapieren. 
„Ich bin sicher“ ist der Hauptsatz, „dass Sie diese Regeln kapieren“ ist der Nebensatz. 

DASS kann man nicht durch dieses, jenes oder welches ersetzen. DASS ist nämlich eine ganz andere Wortart als DAS. Wenn man sich das klarmacht, dann muss man nur noch prüfen, ob man dieses, jenes oder welches einsetzen kann. Und schon wird alles ganz einfach: Dieses, jenes oder welches = das.

Und dass Sie das im Nullkommnix verstehen würden, das hab ich schon vorher gewusst!


Neues aus der Texterei

Wie halten Sie’s denn mit der Vulgärsprache? – Ein schöner Artikel über Zoten und andere sprachliche Sauereien inkl. Buchempfehlung!

Artikel auf SPON

Offenbar wirklich nur in den deutschsprachigen Ländern wird die Fäkalsprache bevorzugt, wenn’s ans Schimpfen und Fluchen geht. Ansonsten herrscht in Europa eine sexualisierte Sprache in der Auseinandersetzung vor, sogar bei den ansonsten eher distanzierten Briten. Warum das so ist, dafür gibt es ein paar Theorien, von denen sich allerdings keine beweisen lässt. Aber es macht ja eigentlich nichts, wenn wir hier endlich mal originell sind! 

Und ein Gutes hat die Sache außerdem: Bei uns ist die Vulgärsprache deutlich weniger frauenfeindlich als woanders – denn die Fäkalsprache ist weitgehend geschlechtsneutral.


Kulturtipps für Friedenau

Die Wilden 13 Kalender 2013

Cooler Tipp für heiße Herzen: 

Der Kalender „Die wilden 13“ feiert Premiere: 

Freitag, 28. September 2012 
um 19:00 Uhr 
in der PopArt Galerie 
am Friedrich-Wilhelm-Platz
Bundesallee 79 in 12161 Berlin. 


Das längst überfällige Thema: deutsche und internationale Revolutionärinnen und Revolutionäre – von Rudi Dutschke (Titelbild) bis Ferdinand Lassalle. Neben Utz Benkel, dem Initiator dieses einmaligen Projektes, haben sich Karoline Koeppel, Elena Kiseleva, Andreas Raub und viele andere bekannte Künstlerinnen und Künstler beteiligt. Zur Vernissage am 28.09.12 werden einige von ihnen erwartet. 

Also, Leute, genug der Lippenbekenntnisse! Hier könnt ihr tatkräftig ein innovatives, künstlerisch wertvolles, revolutionäres Projekt unterstützen – wo gibt es das heutzutage noch? Und … ein schönes Geschenk, nicht nur zu Weihnachten!

Mehr Infos und einen kleinen Vorgeschmack auf die toll gestalteten Kalenderblätter gibt es hier: Link zur PopArt Galerie – Die wilden 13

Kulturtipps für Berlin

Hoch spannend!

Im „Operationsgebiet“: Die Stasi im Westen – Zeitzeugengespräch und Film

Ein Abend über die Arbeit der Stasi in der Bundesrepublik und West-Berlin – die so genannte Auslandsspionage, die von der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) geleitet wurde. Es ging oft um Wirtschaftsspionage und um die Beobachtung von öffentlichen Einrichtungen und Regierungsbehörden. Als „Kundschafter des Friedens“, wie sich die Agenten selbst bezeichneten fungierten auch Bundesbürger bzw. Bundesbürgerinnen, von der Bundestagssekretärin, die auf einen so genannten „Romeo“ hereinfiel bis zu abenteuerlustigen Behördenmitarbeitern und politischen Beamten. 

Ort und Zeit:
Dienstag, 25.09.2012, BStU, Zimmerstraße 90, 10117 Berlin
Eintritt kostenlos!


Hier geht’s zum Programm:
inkl. Stasi-Lehrfilm und Diskussion mit Ex-Spionen und Betroffenen …

Out of Friedenau – die Schreibstube unterwegs

Für Berlinerinnen, Berliner und ihre Gäste: der heißeste Tipp, seit es Philharmoniker gibt. Endlich wieder Lunchkonzerte im Foyer der Berliner Philharmonie, und zwar jeden Dienstag, immer um 13:00 Uhr – immer kostenlos. Für die Mittagspause, für den angenehmen Unterbruch zwischen Stadtrundfahrt und Museum. Und natürlich für alle, die sonst nicht in die Philharmonie kommen. Wir empfehlen, spätestens gegen 12:00 Uhr einzutreffen, da die Besucherzahl aus Sicherheitsgründen limitiert ist.
Zu den durchweg hochklassigen Kammerkonzerten gibt’s lecker was zu essen (Lunch!) und was zu trinken. Ein Besuch lohnt sich, schon allein, um mal das wunderschöne Foyer der Philharmonie im musikalischen Einsatz zu genießen: Tolle Stimmung und ein echtes Erlebnis! Hingehen und genießen …

Hier der Link: http://www.berliner-philharmoniker.de/konzerte/lunchkonzerte

Lieblingsclips

Ach, du liebes Lieschen! – Die Sparda Bank als Weltmeister des Trash? Oder hatte hier etwa eine PR-Agentur eine ganz tolle, neuartige Idee? Heißt die Agenturchefin womöglich Bettina Wulff? Marketing mal anders? Was auch immer: Irgendwas ist hier jedenfalls ganz gewaltig falsch gelaufen …


Wir sind ein wenig ratlos – aber amüsiert haben wir uns trotzdem! Und unser Mitleid mit den Mädchen hält sich in sehr engen Grenzen …

Neues aus der Texterei

Leider wurde diese Suchanzeige einer Berliner WG inzwischen gelöscht. Schade – ich hätte mich gern gemeldet, um wenigstens einmal in der WohnKüche rumzusitzen. Aber bestimmt treffen wir uns mal auf einer politisch-kritischen Veranstaltung oder beim Nachdenken!

„Wir verorten uns anarchistisch / linksradikal / (pro) queer-feministisch / anti-patriarchal und leben vegan. Auf struktureller Ebene sind wir alle unterschiedlich positioniert, d.h wir profitieren bzw. sind negativ von verschiedenen MachtStrukturen betroffen: hier wohnen sowohl weiblich als auch männlich erstsozialisierte Personen, einige haben einen Mittelklassebackground und andere haben Klassenwechsel erlebt. Eine Person ist negativ von Rassismus betroffen und die anderen drei sind weiß positioniert. Wir setzen uns alltäglich auseinander u.a mit Themen wie Privilegien, Support, Awareness, sensibles Miteinander, Gender – (queer) Feminismen, weißSein, Rassismus, Adultismus, Gewaltfreie Kommunikation etc. Jede_r von uns ist jeweils verschieden weit in den Themen drin und steckt in unterschiedlichen Prozessen.
Wir machen mind. 1 pro Woche einen WG-Abend/Plenum, bei dem wir uns Zeit nehmen emotionale, soziale, organisatorische und andere präsente Themen zu besprechen. Wir versuchen mitfühlend und bedürfnisorientiert miteinander umzugehen. Wir sitzen öfter in der WohnKüche rum, redend, kochend, essend und gehen öfter zu politisch-kritischen Veranstaltungen, denken über Aktionen und Interventionsmöglichkeiten nach.“

Leute, ihr wisst echt, wie man sich amüsiert!