Neues aus der Schreibstube

Der Winterschlaf ist endlich beendet – mit dem Grün sprießen auch neue Ideen, und nach einem zwar äußerlich sehr milden und ruhigen, aber für mich sehr lebhaften Winter mit viel Arbeit geht es nun auch im Blog endlich weiter!

Die Nachrichten des Tages: 

Neue Würstchenschrift! Sie wurde geliebt von allen Hobbydesignern, die gern mal ’ne Geburtstagskarte oder ein Kitafest-Plakat entwerfen – die Schrift „Comic Sans“. „Sans“ steht für „ohne“, und das bedeutet, wie immer bei Schriften: „ohne Serifen“. Serifen sind wiederum die kleinen Beinchen an den Buchstaben, so wie hier. Dies hier ist „Times“, eine Serifenschrift.
Ich hab sie seinerzeit, als ich sie kennenlernte, „Würstchenschrift“ getauft – wegen der auffälligen Rundungen an den Buchstabenabschlüssen – als hätte man die Buchstaben aus langen Wienern gelegt. Comic Sans war absolut verhasst bei den Profis, und ich als ambitionierter Halbprofi mochte sie ebenfalls nicht. Vielleicht weil sie so sehr nach kindlichem Gekrakel und so wenig nach seriösem Schriftbild aussah? Nun also gibt’s „Comic Neue“. Hier könnt ihr sie euch, natürlich kostenlos, runterladen und selbst sehen, ob sie euch gefällt: 

Link zu Comic Neue

Das komplette Team am Set – Foto: Gabriele Helbig

Die Schreibstube auf Achse
Gestern durfte ich mal wieder Regie führen, und zwar für einen kleinen Imagefilm, zusammen mit einem der begabtesten, freundlichsten und vernünftigsten jungen Kameramänner, die ich kenne: Moritz Kerst. Weitere Infos folgen!

Sensation: Friedenauer Schreibstube in Nauen!

Am kommenden Freitag, 20. September 2013 werde ich in Nauen lesen, und zwar ab 18:30 Uhr gemeinsam mit meiner lieben Freundin und Kollegin Gabriele Helbig in der „Kantina Elena“, Mittelstraße 27. Das ist ein überaus freundlicher gastlicher Ort, wo internationale Hausmannskost serviert wird, meistens in Bioqualität und zu sehr zivilen Preisen.

Wir werden als „Gabriele und Gabriele“ antreten und können durchaus weitere Gemeinsamkeiten bieten. Wir tragen nicht nur denselben Vornamen, sondern sind beide Autorinnen, verstehen uns ziemlich gut und teilen ein paar Vorlieben. Eine dieser Vorlieben ist die für gutes Essen, und deshalb gibt es im Anschluss ein schönes Abendbufett.

Gabi liest aus ihrem kürzlich veröffentlichten Roman „Nur mein Bestes … doch das bekommst du nicht“. Das ist ein prima Buch über Liebe, Freundschaft und Facebook. Es gibt ein bisschen Krimifeeling, einen Hauch Romantik und vor allem jede Menge Spaß.


Ich lese aus dem „Ratgeber für den faulen Haushalt“ – ein Buch, in dem genau das drin ist, was draufsteht: Es handelt davon, wie man mit wenig Aufwand und viel Humor den Haushalt in den Griff bekommt, inklusive aller relevanten Themen, vom Einzug bis zur Entrümpelung, vom Putzen und Wäschewaschen bis zum Kochen und zur Party für 25 Leute. 

Natürlich kann man hinterher mit uns übers Schreiben, übers Lesen und über alles mögliche andere reden, und man kann die Bücher erwerben – auf Wunsch mit persönlicher Widmung! 
Lesung und Bufett gibt es zusammen für 20 Euro – Vorbestellungen sind unbedingt erbeten, und zwar telefonisch unter 03321 8296505 oder per E-Mail unter info@kantina-elena.de.

Wir freuen uns schon sehr!



Buchpremiere am 23. Juni in Berlin: ZEIT DER SCHWEINE von Pavol Lesný

Ich kenne und schätze den Autor Pavol Lesný seit vielen Jahren. Sein erstes Buch MADINA war eine der ersten Veröffentlichungen im MyStory Verlag, die ich mitbetreuen durfte, und Pavol Lesný sprach schon damals davon, dass er an einem Roman über seine Jugend arbeitete, der aber leider nicht so recht fertig werden wollte. Einmal habe ich in seinem Romanmanuskript lesen dürfen und war schon von der Kostprobe hingerissen. 

Und nun ist es so weit: Der Roman erscheint – wieder im MyStory Verlag, und wieder durfte ich bei der Entstehung mitwirken. Das Buch trägt den wunderbaren Titel ZEIT DER SCHWEINE, der so viel zu tun hat mit der Jugend des Autors und mit der Zeit, in der er erwachsen wurde, damals in den Siebziger Jahren in der CSSR. 

Pavol Lesný hat Bratislava verlassen und in Berlin eine neue Heimat gefunden. Er ist sicherlich ein wenig weiser geworden seitdem, vielleicht noch pfiffiger und auf jeden Fall ein bisschen ruhiger, aber leider ist er auch nicht mehr so gesund wie der kraftstrotzende, mutige Judokämpfer, der er einmal war. Auch davon handelt dieses Buch, und vielleicht hätte Pavol Lesný es nie fertiggeschrieben, wenn er vor einigen Jahren nicht dank, sondern trotz der Behandlung seiner Ärzte eine schwere Krankheit überlebt hätte … ein Grund, sich zu erinnern, sich auseinanderzusetzen mit dem eigenen Leben. Aber Pavol Lesný ist ein Optimist. Er beklagt nicht sein Schicksal, er ist ein großartiger, witziger Erzähler, der lakonisch und mit viel Ironie davon erzählt, wie eins zum anderen kam und wie aus einem braven Jungen einer wurde, der jede Form von Gängelei und Bürokratie zu hassen wusste und damit ein System, das ihm seine große Liebe ebenso raubte wie seine berufliche Zukunft.

Was für ein toller Typ!, möchte man rufen, wenn man von den listigen Ideen des scheinbar naiven Jungen liest, der sich mit dem Mut der Verzweiflung gegen real sozialistische Apparatschiks zur Wehr setzt. So realistisch und lebendig, dass man sich zurückversetzt fühlt in die Siebziger Jahre. Tatsächlich steckt viel Zeitgeist in diesem autobiographisch geprägten Werk, das vom Erwachsenwerden, vom Leben mit und ohne Familie, von der Sehnsucht nach Freiheit und von der Erfüllbarkeit unserer Träume handelt. 

DIE ZEIT DER SCHWEINE ist eine wunderbar komische und trotzdem sehr ernsthafte Hymne an die Menschlichkeit und an die Liebe. Ich habe dieses Buch verschlungen und mag es sehr, sehr gern.

Morgen ist die Buchpremiere. Ich werde da sein. Alles Gute, Pavol Lesný und: Ahoi!

Wer Zeit und Lust hat, mit dem Autor und uns die Buchpremiere zu feiern, kommt einfach 

am Sonntag, 23. Juni um 17:00 Uhr
ins Pianocafé am Lietzensee
Neue Kantstraße 20 in 14057 Berlin

Es gibt eine Lesung, ein bisschen Musik und die Möglichkeit, sich die ersten Verlagsexemplare vom Autor persönlich signieren zu lassen.





Dürerkiez und Malerviertel

Pünktlich zum Ende der Berlinale: die ersten Frühlingsboten!
Jetzt dauert’s nicht mehr lange …

Vorfrühling an der Schreibstube
Foto: Gabriele Sikorski