Montagstexte

Ruhiger Geschäftsgang
Ein mitgehörtes Kurzdrama 
Personen: zwei Penner unbestimmbaren Alters

Ort: S-Bf. Anhalter Bahnhof, Bahnsteig Richtung Süden, eine vormals weiße Holzbank
Zeit: immer

1. Penner:
… früher konnteste Friedrichstraße inne halbe Stunde ’ne janze Ikeatasche Bierflaschen sammeln. Und denn haste noch Kippen jekricht und Jeld. Hier’n Fuffzijer, mal’n Euro. Jetzt findeste fürleich eene oda ßwee Pullen, wenn’t hochkommt. 

2. Penner:
Friedrichstraße geht nicht mehr. Geht alles nicht mehr. Morgens nicht, abends nicht. Nichma abends.
Tempodrom war auch mal gut … Da hab ich mal 10 Euro gekriegt. Hat mir einer in die Hand gedrückt. Einfach so.
1. Penner: 
Bei Lidl ha’ick vor Weihnachten ’n Zwickel jekricht. Eenma!

2. Penner:
Lidl Kolonnenbrücke?
1. Penner:
Ja, wamajut. Aba kannste ooch vajessen. Nüscht mehr. Janüscht mehr. Jeh ick nich mehr. 
Wo bist’n morjen?
2. Penner:
Jobcenter. Hartz 4. Arschlöcher. Und du?
1. Penner:
Weeß noch nich. Vielleicht Kaiser’s Bergmann.
… und dann kam meine S-Bahn.

Out of Friedenau …

Das ist vermutlich der schönste und zugleich (ähem!) einer der anspruchsvollsten Trödelmärkte Berlins, mit 100prozentiger Sicherheit aber der mit dem besten Catering!
Der Bücher- und Bildermarkt im Centre Bagatelle mit Trödeltisch
am Samstag, 11. Oktober ab 15:00 Uhr
Hier landet alles, vom edlen Kunsthandwerk bis zum Normalo-Trödel, vom Schundroman bis zum aufwändigen Bildband, was man in Frohnau los werden möchte und sich irgendwie zu Geld machen lässt. Und das bedeutet: Alles ist richtig gut erhalten und hat (weitestgehend) Klasse, Stil und Niveau. Natürlich gibt es auch Nippes, denn Nippes macht Spaß! Dafür kann man aber auch echte Schnäppchen machen. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn hier und da ein echter Rembrandt oder ein Picasso rumläge. Zumindest ist die Aussicht darauf einer der Gründe, warum ich hier so gerne bin. Frohnau gehört bekanntlich zu den eher wohlhabenden Regionen Berlins – man mag irgendwie gar nicht „Kiez“ sagen …

Alle Verkaufsstücke sind gespendet, und der Erlös kommt zu hundert Prozent dem Centre Bagatelle zugute, konkret gesagt: der Dachsanierung, die nunmehr unaufhaltsam geworden ist. Also auch noch ein guter Zweck, der die Mittel heiligt! 

Für die Verpflegung ist die Büfettgruppe zuständig. Es sind wieder machtvolle Demonstrationen Frohnauer Back- und Konditoreikünste zu erwarten, die zu probieren allein schon den weitesten Weg lohnt. Also ein eindeutiger Fall für die Kulturspirale und die Friedenauer Schreibstube, denn Kunst + Bücher + Kultur + Aussicht auf Schnäppchen und gutes Essen ist genau das Richtige für uns!

Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Adresse:
Centre Bagatelle
Zeltinger Str. 6 in 13465 Berlin-Frohnau
Zeit: 15:00 bis 18:00 Uhr

Schreibcafé am 1. September ab 17:00 Uhr

Die Sommerpause ist vorbei, und schon geht’s wieder los mit dem monatlichen Schreibcafé in Berlin-Schöneberg. An jedem ersten Montag treffen sich ab 17:00 Uhr lesende und schreibende Literaturfans im Café-Restaurant Tuffstein in Berlin-Schöneberg – eine prima Gelegenheit, um sich über alles auszutauschen, was Lesefexe und Schreibwütige bewegt: Tipps für Veröffentlichungen, die neuesten Trends aus der Buchszene und ganz generelle Empfehlungen. Welche Urlaubslektüre könnt ihr empfehlen? Hier treffen sich Bücherwürmer jeder Couleur, vom Freizeitschriftsteller bis zum Profi. Die Themen sind vielfältig: Was geht ab in der Verlagsszene? Was gibt’s an Tratsch zur Buchmesse? Welche neuen Trends gibt’s am Buchmarkt? Lohnt sich ein e-Book? Was bringen Literaturportale? Wie veranstaltet man erfolgreiche Lesungen … Erfolgreiche Autoren bieten Hilfestellung in Rat und Tat.

Ganz gleich, welches Thema: Im Schreibcafé sind alle willkommen, die sich fürs Lesen, Schreiben und Veröffentlichen interessieren.

Wann: Montag, 1. September 2014, ab 17:00 Uhr
Wo: Café-Restaurant Tuffstein, Leberstr. 2, 10829 Berlin (am S-Bf. Julius-Leber-Brücke)

Im Anschluss – ab ca. 19:00 Uhr – folgt der monatliche Kulturstammtisch mit Tipps und Themen rund um die Berliner Kulturszene.

Kulturtipp für Berlin: Clara Schumann Chor am 20. Juni 2014 in der Hofkirche Köpenick

Unter dem Titel Der Traum will nicht vergehn präsentiert der Clara Schumann Frauenchor Lieder der Romantik.
Mal abgesehen davon, dass ich generell Musikfan bin, liebe ich Chöre. Der Clara Schumann Chor ist einer meiner Favoriten. Da stehen so zirka 30 bis 40 Frauen im Saal – aus ganz unterschiedlichen Berufen und Altersgruppen, und sie singen vierstimmig. Das hört sich unwahrscheinlich schön an. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass ich regelmäßig Gast bin bei den Konzerten. Das Repertoire ist vielseitig, vom Barock bis in die Moderne, von der Klassik bis zum Volkslied, und vieles ist sehr schwer zu singen. Pro Jahr gibt es neben diversen Kurzauftritten ein großes Adventskonzert und ein immer sehr außergewöhnliches Sommerkonzert, in diesem Jahr in der Hofkirche in Köpenick. 

Diesmal gibt es ein Programm, das sich auf Lieder der Romantik konzentriert. Der Bassist Sascha Glintenkamp wird als Solist auftreten, am Piano sitzt Rainer Christian Bürgel. Ich bin schon sehr gespannt!

Termin: Freitag, 20. Juni 2014 
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Hofkirche Köpenick, Bahnhofstraße 9, 12555 Berlin
Eintritt: 8 Euro (Karten an der Abendkasse)
Vorbestellungen bei Heike Wollmeyer, Telefon: 030 431 57 31

Wir sehen uns …


Rezepte vom Mauerkind: Hühnerherzen

Dies ist ein Rezept aus meiner Kindheit im geteilten Berlin. Damals gab es mauer- und transitbedingt wenig frische Ware, die außerdem extrem teuer war, denn es musste ja alles (ich wiederhole: alles!) über die Transitwege nach Berlin gebracht werden. Frisches Geflügel war nahezu unerschwinglich. Da waren Hähnchenherzen eine willkommene und preiswerte Alternative.
Für 4 Personen braucht man:
1000 g frische Hähnchenherzen (gibt’s z. B. beim türkischen Fleischer, Kilopreis ca. 3 Euro), 1000 g Champignons (egal, ob weiß oder braun), 1 mittelgroße Zwiebel, ca. 80-100 g Butter, 125 g saure Sahne, ca. 3 Esslöffel Senf, 1 Bund Schnittlauch, Salz, Pfeffer, Paprikapulver (scharf), evtl. ein bisschen gute Hühnerbrühe
Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten.
HH1HH2Und schon geht’s los: Die Herzen putzen – das geht am besten, wenn man mit einem scharfen Messer einfach das obere Viertel abschneidet. Danach Herzen gründlich mit kaltem Wasser waschen und abtropfen lassen. Zwiebel in feine Würfel schneiden. In einer möglichst großen Pfanne Butter auslassen, Zwiebelchen rein und glasig braten. Denn man rin mit die Herzchen! Salzen und pfeffern kann man sie auch gleich. Während die Herzen von allen Seiten anbraten und einen köstlichen Duft verbreiten, kann die gut gelaunte Köchin in aller Seelenruhe die Champignons entweder halbieren oder vierteln, je nach Größe.
CH1
In einer zweiten1 Pfanne die gesalzenen und gepfefferten Pilze ohne Fett oder mit wenig Butter recht scharf anbraten und nach ca. 10 Minuten mitsamt der verbliebenen Flüssigkeit zu den Herzen geben. Falls zu wenig Flüssigkeit, Hühnerbrühe angießen. Saure Sahne dazu und einrühren, dito den Senf – abschmecken … nee, Leute, dit is mir zu laff! Da jeht doch noch wat, oda? 
Also noch ein, zwei Löffelchen Senf dazu, ein bisschen Paprikapulver drüber, alles vermengen und abschmecken. Deckel druff und noch 10 Minuten auf kleiner Hitze schmoren lassen. Währenddessen Schnittlauch putzen und in Röllchen schneiden. Vor dem Anrichten den Schnittlauch über die Speise geben – fertich!
HH3Dazu wird Reis oder Brot gereicht.
Die einzige Zutatenveränderung: frische Champignons. Wir hatten Champignons aus dem Glas oder aus der Dose. Bis weit in die 70er Jahre, als sich die Tiefkühlkost langsam durchsetzte, war die Konserve nicht nur üblich, sondern die Norm. Praktisch jedes Gemüse, von der grünen Bohne über den Spargel bis zur Kirsche, kam aus der Büchse oder aus dem Glas. Von diesen Konserven hatten wir riesige Mengen gehortet, so wie es der Senat für alle Haushalte empfahl, und zwar für den Fall einer neuen Berlin-Blockade. Es gab sogar Suppenhühner als Konserve, aus Formosa (heute Taiwan). Sie waren gegart und mit Knochen in hohe Dosen verpackt. Diese Hühner hatten eine unvergleichlich labberige Konsistenz, und zwar inklusive der Knochen, die so weich waren, dass man sie mitessen konnte.
  1. Natürlich brauchten wir früher keine zweite Pfanne. Meine Mutter hat die Dosenchampignons zu den angebratenen Herzen gegeben. Ganze Champignons – die teuren! 

Die Schreibstube unterwegs – das Schöneberger Südgelände

Beim letzten Stammtisch haben wir es beschlossen, und nun ist es so weit: Wir machen wieder einen Ausflug! Diesmal bleiben wir in Berlin, denn auch hier gibt es viel zu entdecken.


Unser Ziel ist das Schöneberger Südgelände, von dem wir alle schon viel Gutes gehört haben: Das vollkommen verwilderte Areal des ehemaligen Rangierbahnhofs Tempelhof wurde behutsam für Besucher begehbar gemacht und bietet Eisenbahnromantik und viel Natur. Hier der Link: Schöneberger Südgelände

Wir treffen uns 
Sonntag, 25. Mai 2014 um 11 Uhr (gleich nach dem Besuch im Wahllokal!),
am Haupteingang zum Naturpark Südgelände
direkt am S-Bahnhof Priesterweg (südlicher Ausgang)

Zum Ablauf: Wir planen einen gemütlichen Spaziergang, bei dem alle mithalten können. Ich bringe ein bisschen Infomaterial mit. Vor Ort gibt es ein Café, das sehr gut sein soll. Dort wollen wir zum Abschluss einkehren. 

Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos.
Der Parkzugang kostet 1 Euro 
(bitte passend, weil Kassenautomat). 

Alle Gäste sind herzlich willkommen!

Und hier schon eine Vorankündigung – unser nächster Ausflug führt nach Köpenick!

… der Traum will nicht vergehn. 
Lieder der Romantik mit dem Clara-Schumann-Frauenchor 
am 20. Juni 2014 um 18:00 Uhr 
in der Hofkirche Köpenick

Halloween-Lesung mit der Schreibstube!

Am kommenden Donnerstag findet in Berlin eine Lesung statt, die aus unterschiedlichen Gründen etwas ganz Besonderes ist:



1. Es lesen drei Berliner Autorinnen. 
2. Sie lesen Schauriges und Gruseliges, passend zu Halloween.
3. Die Drei sind miteinander befreundet.
4. Zwei der Damen stellen ihr erstes gemeinsames Projekt vor.
5. Und die Schreibstube ist dabei!

Es geht um Vampire, Voodoo, Tattoos, Rache, Blut, Dämonen und um Friedenau von seiner düstersten Seite …


Die Autorinnen sind: 
Linda K. Heyden (NOVEMBERMOND, veröffentlicht im November 2012)
Gabi Helbig (NUR DEIN BESTES, 2012/13, ZWEI FRAUEN – EIN GEDANKE, 2013)
und ich, Gaby Sikorski (u. a. DER RATGEBER FÜR DEN FAULEN HAUSHALT, 2006, ZWEI FRAUEN – EIN GEDANKE, 2013

Wir freuen uns!

Zeit: Donnerstag, 31. Oktober 2013, um 21:30 Uhr
Ort: Restaurant Greek Style, Dickhardtstr. 55, 12159 Berlin-Friedenau

Der Eintritt ist kostenlos.
Telefonische Anmeldung unbedingt erforderlich unter: 030 2363 1025.


Out of Friedenau – die Schreibstube unterwegs

Die Schreibstube am 3. Oktober
Was macht die Autorin am Feiertag? – Sie erledigt Mails, Blogeinträge und die schnelle Büroroutine beim Frühstück am Laptop, und dann geht’s ab zum Potsdamer Platz. 

Vom S-Bahnhof sind es nämlich nur ein paar Minuten zu Fuß bis zur Straße „In den Ministergärten“, und hier liegen sieben Landesvertretungen. So heißen die Botschaften der einzelnen Bundesländer, die das ganze Jahr über mit Kulturangeboten, Gastronomie in Form von Kantinen mit landestypischen Spezialitäten und mit diversen Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorträgen Werbung für ihre Region betreiben. 

Einmal im Jahr ist „Tag der Offenen Tür“, nämlich am 3. Oktober, und das ist eine richtig gute Gelegenheit für eine kleine Reise durch Deutschland. Vertreten sind Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Seit ein paar Jahren bin ich auch dabei und genieße es, von einer Landesvertretung zur nächsten zu bummeln. In den Gärten hinter den Gebäuden gibt es Info-Stände und ein bisschen Budenzauber, oft mit Musikauftritten. In den Häusern selbst sind oft sehr interessante Ausstellungen zu sehen, und natürlich werden Speisen und Getränke angeboten – immer zu sehr zivilen Preisen. Der Eintritt ist natürlich kostenlos, ist ja „Tag der Offenen Tür“. 

In den letzten Jahren war ich besonders gern auf der Dachterrasse der rheinland-pfälzischen Landesvertretung, die sich zu meiner Lieblingsbotschaft entwickelt hat. Von hier aus gibt es eine herrliche Aussicht auf die geschichtsträchtige Umgebung, aber auch über die ganze Stadt. Dazu ein Gläschen Riesling vom Staatsweingut … Diesen fantastischen Wein kann man übrigens beim Pförtner kaufen. Sowas gefällt mir!

Hier ist die Atmosphäre immer sehr entspannt und fröhlich. Daher mein Tipp: Wenn man das Remmidemmi rund ums Brandenburger Tor vermeiden möchte und mit Freunden aus Berlin oder anderswo am 3. Oktober was Schönes unternehmen will, ist man hier in den Ministergärten genau richtig.

Dürerkiez und Malerviertel


Zu Gast bei Nachbarn!

Am 14. September ab 14:00 Uhr feiert der Dürerkiez zum dritten Mal das Cranach-Dinner. Alle bringen Tische und Stühle mit – und natürlich das Allerwichtigste: jede Menge Speisen und Getränke. Wir bauen eine lange Tafel auf, die bei der Fahrschule Profil in der Cranachstraße 57 beginnt und Richtung Dürerplatz führt. Alle, die kommen, bauen einfach an.

Der Kiez feiert … mit der Familie, mit Nachbarn und Freunden. Eine gute Gelegenheit, sich kennenzulernen, Bekanntschaften aufzufrischen, den neuesten Kieztratsch oder Kochrezepte auszutauschen und, was besonders schön ist, hier und da mal was zu kosten. Im letzten Jahr ergaben sich spontan einige musikalische Darbietungen – und so etwas wird durchaus gern gesehen!

Die Veranstaltung wird übrigens privat und ehrenamtlich organisiert, so wie alles, was hier bei uns im Dürerkiez stattfindet. Es gibt weder Fördermittel noch einen Verein, der sich um alles kümmert, sondern es sind die Nachbarn selbst – Privatleute und ein paar Gewerbetreibende, die sich zusammengetan haben, um das Miteinander in ihrem Kiez zu unterstützen. Ich bin stolz, dass ich dazugehöre – und natürlich wird die Schreibstube wieder dabei sein und hoffentlich wieder mit diesem leckeren Linsen-Kartoffelsalat vom letzten Jahr. Ein paar Freunde und Nachbarn haben sich auch schon angesagt. 

Also: gleich den Termin reservieren!