Schreibcafé am 1. September ab 17:00 Uhr

Die Sommerpause ist vorbei, und schon geht’s wieder los mit dem monatlichen Schreibcafé in Berlin-Schöneberg. An jedem ersten Montag treffen sich ab 17:00 Uhr lesende und schreibende Literaturfans im Café-Restaurant Tuffstein in Berlin-Schöneberg – eine prima Gelegenheit, um sich über alles auszutauschen, was Lesefexe und Schreibwütige bewegt: Tipps für Veröffentlichungen, die neuesten Trends aus der Buchszene und ganz generelle Empfehlungen. Welche Urlaubslektüre könnt ihr empfehlen? Hier treffen sich Bücherwürmer jeder Couleur, vom Freizeitschriftsteller bis zum Profi. Die Themen sind vielfältig: Was geht ab in der Verlagsszene? Was gibt’s an Tratsch zur Buchmesse? Welche neuen Trends gibt’s am Buchmarkt? Lohnt sich ein e-Book? Was bringen Literaturportale? Wie veranstaltet man erfolgreiche Lesungen … Erfolgreiche Autoren bieten Hilfestellung in Rat und Tat.

Ganz gleich, welches Thema: Im Schreibcafé sind alle willkommen, die sich fürs Lesen, Schreiben und Veröffentlichen interessieren.

Wann: Montag, 1. September 2014, ab 17:00 Uhr
Wo: Café-Restaurant Tuffstein, Leberstr. 2, 10829 Berlin (am S-Bf. Julius-Leber-Brücke)

Im Anschluss – ab ca. 19:00 Uhr – folgt der monatliche Kulturstammtisch mit Tipps und Themen rund um die Berliner Kulturszene.

Marketingtipps für Schreibende – Teil 2

Öffentlichkeitsarbeit für Buchautorinnen und -autoren – heute: Rezensionsexemplare
Seit der Veröffentlichung von Teil 1 habe ich mit vielen Autorinnen und Autoren gesprochen. Fast alle, die in einem klassischen Buchverlag veröffentlicht haben, beklagen sich über die PR ihres Verlages. Und das hört sich dann ungefähr so an: 
„Die machen GAR nichts!“
„Wenn ich mich nicht selbst drum kümmern würde, würde ich kein einziges Buch verkaufen!“ „Die paar Zeitungsberichte, die über mich erschienen sind, hab ich alle selbst angeleiert.“ 
„Der Verlag verschickt nicht mal Rezensionsexemplare!“

Hier klaffen Erwartungshaltung und Realität in erschütternder Form auseinander. Auf der einen Seite steht ein junger (= unerfahrener) Autor, der zu Anfang überglücklich war, überhaupt einen Verlag gefunden zu haben. Jetzt ist das Buch auf dem Markt, doch statt Weltruhm und täglichen Berichten in allen (!) wichtigen Medien … nichts, nada, niente! Schlimm genug, dass das Buch in keiner Buchhandlung zu finden ist, aber es gibt auch kaum Rezensionen. Einmal in der Woche wird gegoogelt, und jede neue Rezension führt dazu, dass der hoffnungsvolle Jungautor mit zitternden Fingerchen sofort die Verkaufszahlen auf Amazon aufruft. Denn nach einer positiven Rezension müssen die Bücher doch endlich weggehen wie warme Semmeln, oder?

Antwort: Nein!

Kaum ist das Buch ein paar Monate draußen, ist der hoffnungsvolle Jungautor nicht mehr hoffnungsvoll, sondern frustriert. Er hat meinen Rat aus Teil 1 befolgt und Postkarten drucken lassen, doch die Verkaufszahlen dümpeln immer noch vor sich hin. Die 25 Miniplakate (siehe ebenfalls Teil 1) und die ca. 850 Postkarten (dito, der Autor hat nach 150 verteilten Karten die Lust verloren) verstauben im Regal. Bei Amazon sind nur 17 Exemplare neu zu haben und höchstens zwei auf Lager. Und – besondere Schweinerei! – es gibt sogar schon ein gebrauchtes Exemplar. Ein Stich ins Herz des Autors. (Hier gibt jemand mein Buch weg! Warum hat es ihm nicht gefallen? Wer war das? Ist das womöglich jemand, den ich kenne?)

Der Verlag meldet sich mit unwilligen Kurzantworten oder überhaupt nicht auf drängende E-Mails mit dem Wunsch nach Großplakatierung und Werbeanzeigen. Überhaupt: Warum ist im Spiegel keine Rezension erschienen? Niemand kümmert sich um ihn, und statt des erwarteten literarischen Triumphes  – oder wenigstens einer kleinen Anerkennung in Form von mehreren (vielen) tausend verkauften Büchern – muss sich der hoffnungsvolle Jungautor mit dem Gefühl anfreunden, dass sich offenbar niemand für ihn und für sein Buch interessiert.

Und jetzt kommt der Schock: Das alles ist vollkommen normal, absolut in Ordnung und kein Grund, sich zu grämen. Kein Verlag dieser Erde verkauft absichtlich keine Bücher. Wenn das Buch nicht weggeht, befindet es sich in bester Gesellschaft, denn von 10 veröffentlichten Büchern spielt im Durchschnitt eines seine Kosten ein. Das wissen die Verlage natürlich. Wenn ein Buch schlecht startet, wird sich das im Normalfall nicht mehr ändern. Deshalb hält der Verlag die Kosten niedrig. Ein neuer Autor in einem klassischen Buchverlag bringt meistens erst mit seinem dritten oder vierten Buch Geld ins Haus. Der vormals hoffnungsvolle Jungautor war also hoffentlich so schlau weiterzuschreiben. Im Idealfall ist sein neues Manuskript schon fertig, und dann geht das Spielchen von vorne los.

Also: Wie kann der Jungautor selbst dazu beitragen, die Verkaufszahlen seiner Bücher nachträglich zu steigern? Auf welche Weise kann er mit einfachen Mitteln effektiv und möglichst preisgünstig Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache betreiben?

Hierzu ein paar Merksätze:

1. Wer Erfolg haben will, darf nicht schüchtern sein.
2. PR ist was Gutes und nichts, was einem peinlich sein muss.
3. Es ist schwieriger, nachträglich für Aufmerksamkeit zu sorgen als im Vorfeld einer Veröffentlichung.

Wir lassen das erstmal so stehen und kümmern uns um die harten Fakten, als da sind: kaufmännische Grundlagen, also Kosten-Nutzen-Rechnung.

Warum der Versand von Rezensionsexemplaren an Buchportale sinnlos ist:
Eigentlich eine schöne Idee: Ich schicke mein Buch an einen netten Menschen, der was Nettes darüber schreiben soll. Das Ganze erscheint im Internet auf der Seite Schmuseschmökern mit Gabylein, und dann verkauft sich mein Buch wie geschnitten Brot. (Habe mir übrigens soeben auf WordPress den Blog Schmuseschmökern eingerichtet, Hintergrund selbstverständlich in Pink. Ich erwarte viele Rezensionsexemplare!)

Irrtum Nummer 1: Es werden Bücher verkauft, weil Gabylein über Dein Buch schreibt. 
Von 1000 Leuten, die eine Rezension lesen, kaufen höchstens ein oder zwei das Buch. Gut laufende Blogs haben vielleicht 10.000 Klicks pro Monat, und zwar inklusive aller Beiträge. Neue Beiträge bringen an den ersten beiden Tagen 100 bis 500 Klicks, danach geht’s steil bergab. Nach einer Woche sind wir bei 10 Klicks oder weniger pro Tag für die schöne Rezension angekommen, durch die der hoffnungsvolle Jungautor zusätzlich etwa 3 bis 5 Bücher verkauft hat.  

Aufwand: ein Autorenexemplar seines Buches (30 % Autorenrabatt) + Porto (Büchersendung!), Briefumschlag + Arbeitszeit. Bei einem geschätzten Verkaufspreis von 10 Euro pro Buch müsste er ca. 8 Euro hereinbekommen, um kostenmäßig wenigstens bei Null zu stehen. Hierbei handelt es sich nur um die tatsächlichen Kosten (wie üblich ohne Berechnung der Arbeitszeit). Das entspricht bei einem Honorar von 5 % pro verkauftem Buch (bei 10 Euro = 50 Cent) dem Verkauf von 16 Büchern. Und das ist viel! Zumal diese zusätzlichen 16 Bücher innerhalb einer Woche verkauft werden sollten bzw. bis die nächste Rezension auf dem betreffenden Portal erscheint. Und selbst bei 16 zusätzlich verkauften Büchern hätte der Autor immer noch keinen Cent verdient …

Merke: Rezensionsexemplare verschicken kostet Geld und bringt keins. Wenn Du allerdings scharf bist auf freundliche Buchbesprechungen, dann verschick ruhig weiter Deine Bücher. Aber nur dann – also nicht zum Geldverdienen!

Irrtum Nummer 2: Positive Amazon-Rezensionen sind wichtig. 
Amazon-Rezensionen sind gut, aber sie haben nach meiner Erfahrung keinen direkten Einfluss auf die Verkaufszahlen. Ein Buch, das sich wirklich gut verkauft, hat im Handumdrehen 50 bis 100 Rezensionen auf Amazon. Ein Buch, das sich schlecht verkauft, hat oft deutlich weniger Rezensionen und wird sich auch durch 50 oder 500 positive Rezensionen nicht besser verkaufen. Woran liegt das?

So wichtig Amazon für den Buchmarkt ist: Die meisten Autoren überschätzen die Wirkung von Rezensionen. Denn negative Kritiken führen niemals dazu, dass ein Buch sich schlechter verkauft! Mit Theater- und Filmkritiken ist es ähnlich. Wie haben sich die zahllosen Verrisse zu den großen Publikumshits der letzten Jahre auf die Publikumszahlen ausgewirkt? – Richtig: überhaupt nicht! Die Menschen stehen Schlange für die Til-Schweiger-Filme, auch wenn die Kritik sie in Grund und Boden verdammt. Wenn ein Film, ein Theaterstück, ein Buch geliebt wird, dann ist es vollkommen mumpe, ob die Kritiken gut oder schlecht sind. Und wenn ein Film, ein Theaterstück, ein Buch nicht läuft, dann werden die Kritiken daran nichts ändern. Sie können im Vorfeld für mehr Aufmerksamkeit sorgen, neugierig machen und im besten Fall die Entscheidung für das Produkt erleichtern. Rezensionen sind also lediglich Teil einer Strategie, aber nicht die Strategie selbst. 

Wozu sind Rezensionen dann überhaupt gut? Ganz einfach: Im Vorfeld einer Veröffentlichung helfen positive Kritiken, am besten von angesehenen Rezensenten, um das Buch am Markt zu platzieren und eine günstige Ausgangsposition zu schaffen. Positive Rezensionen sind vor allem dafür da, dass man sie zitieren kann. Das ist z. B. gut für (siehe Teil 1) Plakate, für Postkarten und/oder für Pressemitteilungen, für das eigene Autorenportal im Netz oder für die Facebookseite. 

Und darum geht es dann beim nächsten Mal.
Bis dahin gutes Gelingen und viel Erfolg!


Übrigens: Professionelle Unterstützung bei der Veröffentlichung Deiner Manuskripte und noch mehr Marketingideen für Bücher und Kulturprojekte findest Du hier! 

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Bildnachweis:
Fotos: Gabriele Sikorski, alle Rechte bei der Autorin

Schreibcafé und Kulturstammtisch am 6. Mai

Wie an jedem 1. Montag im Monat treffen sich Kunst- und Kulturfans
im Restaurant freiRaum in Berlin-Friedenau, und zwar am Montag, 6. Mai 2013

Um 17.00 Uhr startet das Schreibcafé – dann geht es zwei Stunden lang ums Schreiben und Veröffentlichen. Professionelle Autorinnen und Autoren berichten von ihren Erfahrungen im Literaturbetrieb und geben Tipps: für die Suche nach einem Verlag, für den Umgang mit Kritik oder für Lesungen und Selbstmarketing. Und wer schreiben möchte, kann sich hier schon mal ein paar Anregungen holen!

Beim anschließenden Kulturstammtisch – ab 19.00 Uhr – steht dann das gesamte Berliner Kulturleben im Mittelpunkt. Welche Ausstellungen sind sehenswert? Was läuft in den Theatern oder im Kino? Auf welche Sommer-Events können wir uns freuen? Gibt es Tipps für einen spannenden Workshop oder einen interessanten Kurs? 

Das wird bestimmt wieder ein schöner Abend! Alle Gäste sind herzlich willkommen. 

Wo: Restaurant freiRaum,
Beckerstraße 12
12157 Berlin-Friedenau

Wann: Montag, 6. Mai 2013

17.00 bis 19.00 Uhr Schreibcafé
ab 19.00 Uhr Kulturstammtisch

Sprachgeschluder

Das lässt ja hoffen! Immerhin scheint die Regisseurin die Grundbegriffe ihres Handwerks (hier: Textinterpretation) zu beherrschen, oder sie hat wenigstens den Wikipedia-Eintrag zum Stück DIE EHE DES HERRN MISSISSIPPI gelesen. 


All das kann man vom Autor dieses Artikels nicht behaupten. Was und wie er schreibt, hat nicht einmal Schülerzeitungsniveau und wird von Zeile zu Zeile immer peinlicher: 

Dass eine Komödie lustig ist – Donnerwetter! Und die Regisseurin hat tatsächlich das Stück (man stelle sich das mal vor!) gelesen, bevor sie es inszeniert hat! Der eigentlich interessante Aspekt hinter dem Artikel scheint diesem Bengel Journalisten jungen Herrn ziemlich wurscht zu sein, nämlich die Frage, woran es wohl liegen könnte, dass DIE EHE DES HERRN MISSISSIPPI von Dürrenmatt das Publikumsvoting im Thalia Theater gewonnen hat. Angesichts der Tatsache, dass niemand (= der Artikelschreiber und die Regisseurin bei Auftragserteilung) dieses Stück kennt, wäre das doch eine spannende Frage …

Hier geht’s zum Artikel auf SPON

Marketingtipps für Schreibende – Teil 1

Der Mythos vom Elfenbeinturm – PR-Tipps für Buchautorinnen und -autoren I
Autorinnen und Autoren sind zu Recht glücklich, wenn sie einen Verlag gefunden haben. Aber: Dies bedeutet nicht automatisch eine groß angelegte Werbekampagne für das eigene Buch. Wenn ein Buch verlagsmäßig erscheint, darf man sich schon über ein Minimum an PR freuen. Auf dem klassischen Buchmarkt läuft das Marketing für kleinere Publikationen vor allem über Verlagsvertreter. Die klassische Pressemitteilung mit Versand von Rezensionsexemplaren an die großen Feuilletonredaktionen ist also eher die Ausnahme und nicht die Regel. Immer weniger Verlagshäuser haben eine eigene Marketingabteilung, und selbst renommierte Verlage überlassen hier vieles dem Zufall, der Mundpropaganda oder eben – den Autoren selbst! 

Doch viele Autorinnen und Autoren sind schüchtern und unerfahren im Umgang mit der Öffentlichkeit, wenn es um PR in eigener Sache geht. Die Unsicherheit betrifft nicht nur die Werbung für ihr Buch, sondern auch den gekonnten Auftritt bei Lesungen und das Verhalten bei Interviews. „So habe ich mir das Leben als Autor nicht vorgestellt“, höre ich dann oft, oder: „Ich dachte, ich schreibe, und alles andere macht der Verlag.“ 

Dabei ist der Mythos vom einsamen Schreiber in der kalten Dachstube und von der sensiblen Dichterin im stillen Kämmerlein längst überholt – falls er überhaupt irgendwann der Realität entsprochen hat. Solange wir schreiben, sind wir allein, aber sobald wir damit aufhören, werden wir zu Autoren, von denen erwartet wird, dass sie sich um ihr Publikum und damit um Marketing kümmern.

Und das ist gar nicht so schwierig! Hier folgen ein paar Tipps, wie man ganz einfach, preiswert und (vielen besonders wichtig!) ohne aufdringlich zu wirken, für die eigenen Bücher und eBooks Werbung machen kann!

Los geht’s mit Printwerbung, also mit dem, was gedruckt wird.

Werbematerial:

Erfahrungsgemäß sind Miniplakate und Postkarten am sinnvollsten. Postkarten, natürlich mit dem Original-Buchcover als Motiv, haben viele Vorteile: Sie sind klein, stabil, man kann sie gut transportieren, verteilen und verschicken. Sie sehen wertig aus und fühlen sich auch so an, werden daher gern mitgenommen und weitergegeben. Also ein ideales Werbemedium, das zudem für Bücher selten genutzt wird. Nutzen Sie die positive Wirkung der Gratispostkarten besonders beim jüngeren Publikum für Ihr Buch! Lassen Sie mindestens 1.000 Stück drucken, das kostet in der Online-Druckerei max. 75,00 Euro. Vom Verlag bekommen Sie das Covermotiv im gewünschten Dateiformat. Fortgeschrittene bringen zusätzlich Zitate aus Rezensionen als Blickfänger auf die Postkarte.

Gewöhnen Sie sich an, immer ein paar Postkarten bei sich zu tragen. Sie sind von nun an so etwas wie Ihre Visitenkarte. Wenn Sie im Café, im Kino oder in der Bibliothek sind, fragen Sie immer, ob Sie Postkarten für Ihr Buch auslegen dürfen! 

Überlegen Sie, wo sich Ihre Leserschaft aufhält: im Bio-Supermarkt, im Wollladen, in der Oper, im Delikatessengeschäft, in einem Sportstudio, im angesagten Club? Hier ist es besonders sinnvoll, Postkarten zu verteilen. Und seien Sie mutig! Sie haben sich mit einer netten Verkäuferin unterhalten? Dann überreichen Sie ihr eine oder zwei Postkarten mit den Worten: „Das ist übrigens mein Buch.“ Trauen Sie sich einfach!

Miniplakate im Din A4-Format, ebenfalls mit dem Covermotiv, eignen sich gut, um sie in Verkaufsstellen anzubringen, oder als Hinweis auf eine Lesung. Auch bei der Lesung selbst kann man sie gut verwenden, z. B. als „Wegweiser“ zum Lesungsort, als Dekorationselement am Lesepult oder am Verkaufstisch. Im Online-Druck sind 100 Plakate für ca. 25,00 Euro erhältlich. 

Zusätzlich sollten Sie einen farblich passenden Aufkleber produzieren, auf dem z. B. „Hier erhältlich!“ oder „Verkauf hier!“ oder „Zur Autorenlesung“ stehen kann. Die Aufkleber können Sie im Kopierladen herstellen oder Sie beschriften per Hand geeignete Etiketten oder Moderationskarten, die Sie dann aufkleben. Dabei gilt: Niemals den Buchtitel oder Ihren Namen verdecken!

Von Flyern rate ich ab. Zum einen ist es für Laien eine echte Herausforderung, einen professionell wirkenden Flyer zu erstellen. Außerdem sind Flyer ein typisches Wegwerfprodukt, also ökologisch durchaus problematisch. Für neu eröffnete Geschäfte, Fitnessstudios oder für Theaterspielpläne mögen sie sinnvoll sein, aber für ein einzelnes Buch? Schließlich soll der finanzielle Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum möglichen Gewinn stehen. 

Übrigens: Professionelle Unterstützung bei der Veröffentlichung Ihrer Manuskripte und noch mehr Marketingideen für Bücher und Kulturprojekte finden Sie hier! 

Link zum MyStory Verlagsservice
Link zur Kulturspirale

Neues aus der Texterei

Liegt bei Dir ein passendes unveröffentlichtes Kurzgeschichten-Manuskript in der Schublade? 

Oder hast Du Zeit und Lust fürs Dichten? 

Dann geht’s hier zu einem Schreibwettbewerb für Fantasy-Literatur.
Den ausgewählten Teilnehmern winkt die Veröffentlichung in einer Anthologie, sogar mit Honorar …

Das scheint zumindest eine seriöse Angelegenheit zu sein. Also, wetzt die Federn, spitzt die Bleistifte, ölt die Tastatur und putzt die Monitore. Ab an den Schreibtisch und viel Erfolg!

Einsendeschluss: 30. April 2013



Neues aus der Texterei

Meine Adjektive und ich – Schreibtipps für Schreibende
Menschen, die mit dem Schreiben anfangen – vom Kind über die Studentin bis zum Jungautor – glauben häufig, dass sich ein gelungener Text vor allem durch die großzügige Verwendung von Adjektiven (Eigenschaftswörtern) auszeichnet. Ich erinnere mich, dass meine diversen Deutschlehrerinnen stets erfreut, manchmal geradezu euphorisch darauf reagierten, wenn ich ein Substantiv (Hauptwort, Nomen) gleich mit zwei Adjektiven kombinierte. Da wurde aus dem Sommertag ein schöner, warmer Sommertag, was ja eigentlich nichts besonderes ist, und eine Katastrophe war schrecklich und unvorhergesehen – also im Grunde eine ganz und gar normale Katastrophe, so wie sie jeden Tag hundert- oder tausendfach über uns hereinbricht. „Die liebe, alte Großmutter ging mit ihrer braven, kleinen Enkeltochter durch den großen, grünen Wald.“ – Gähn! Da sehnt man doch die unvorhergesehene und schreckliche Katastrophe nahezu herbei! Dieses Phänomen der übertriebenen Verwendung von Eigenschaftswörtern bezeichnen wir in Fachkreisen als „Adjektivitis“. 

Nun spricht natürlich nichts gegen Adjektive. Man sollte sie allerdings sparsam und gezielt einsetzen. Adjektive, die nur dazu dienen, etwas Alltägliches auf alltägliche Weise zu beschreiben, kann und sollte man weglassen oder zumindest darüber nachdenken, ob sie wirklich notwendig sind. Einige Beispiele für diese floskelhafte Sprache: die breite Öffentlichkeit, die warme Sonne, das kleine Häuschen, das niedliche Kätzchen … 

Beim Schreiben sollte es unser Ziel sein, das Besondere zu beschreiben und nicht das Gewöhnliche. Also sind vor allem treffende Adjektive gefragt, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, bis man das passende Wort gefunden hat. In der Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren, die unter schwerer Adjektivitis leiden, gehe ich manchmal so weit, dass ich ihnen untersage, folgende Adjektive zu benutzen: groß, klein, schön, neu, alt, viel, wenig – je nachdem, welche Wörter auffällig häufig bzw. inflationär in ihren Texten auftreten. 

Hier kann neben einem Synonymwörterbuch die Tastenkombination shift/F7 wertvolle Dienste beim Schreiben am PC leisten: Sie führt zum Thesaurus, dem eingebauten Synonymwörterbuch in Word. Einfach ein Wort markieren, shift/F7 drücken, und schon öffnet sich ein Fenster mit Synonymen. „shift“ ist übrigens die Taste für die Großschreibung …

Also: viel Spaß beim Überarbeiten!




Neues aus der Texterei – Tag der deutschen Sprache 2012

Heute ist Tag der deutschen Sprache – eine gute Gelegenheit, mal mit ein paar Missverständnissen aufzuräumen, die mir als Lektorin im Gespräch mit schreibenden Menschen immer wieder begegnen:

1. Missverständnis: Die deutsche Sprache, das sind Goethe und Schiller! Danach kamen nur noch Nichtskönner – einzige Ausnahme evtl. Thomas Mann.
Dieses Argument kommt meistens von Leuten, die entweder noch nie oder in den letzten 60 Jahren nicht mehr Goethe und Schiller gelesen haben. Merkwürdigerweise lehnen es manche rundweg ab, moderne Autoren (seit ca. 1900) überhaupt zu lesen. Mir begegnen sogar immer mehr Menschen, die schreiben wollen und generell nicht lesen. 

Schrecklich! Merke: Wer erfolgreich schreiben will, muss das Lesen lieben, den Literaturmarkt beobachten, sich mit der Konkurrenz beschäftigen und in der Lage sein, Qualität bei anderen zu erkennen.

2. Missverständnis: Die deutsche Sprache verarmt.
Kann ich so nicht unterschreiben. Welche deutsche Sprache will man hier zur Grundlage nehmen? Die des 18. Jahrhunderts (s.o)? Seitdem hat sich unsere Sprache stark verändert – fürwahr! Aber Veränderung heißt nicht Verarmung, und tatsächlich sind in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten viel mehr neue Wörter in die deutsche Sprache hereingekommen als verschwunden. Unser theoretisch möglicher Wortschatz wird also ständig größer, und wir können durch unser Sprachverhalten selbst dazu beitragen, dass Wörter bekannt bleiben, oder wir können bestimmte Wörter dem Vergessen entreißen, indem wir sie weiter verwenden. Wer kennt heute noch Begriffe wie Tornister, Hagestolz oder blümerant?

3. Missverständnis: Ich muss kompliziert formulieren, damit die Leser sehen, wie gut ich die Sprache beherrsche. Das nennt man dann einen guten Stil. 
Nicht nur bei Autoren, sondern auch in Schule und Universität beliebte Argumentation, um schwer verdauliche Texte zu rechtfertigen. Ganz übel! Wer seine Sprache beherrscht, ist auch in der Lage, sich einfach, klar und verständlich auszudrücken. Und ein eigener Stil entwickelt sich durch ständiges Nachdenken und Schreiben, nicht durch die Verwendung von Schachtelsätzen. Will ich angeben oder will ich verstanden werden?

4. Missverständnis: Das Wichtigste für die deutsche Sprache sind korrekte Rechtschreibung und Grammatik.
Nein! Das Wichtigste ist der Inhalt und das, was ich ausdrücken möchte. Rechtschreibung und Grammatik sind Handwerksmittel, die es erleichtern, Inhalte zu vermitteln. Das wird oft vergessen, so dass Grammatik und Rechtschreibung – nicht nur im Deutschunterricht – zum Selbstzweck werden. Besonders unerfahrene Autoren neigen dazu. Es nützt nichts, wenn ich einwandfrei formulieren und fehlerfrei schreiben kann. Auf den Inhalt kommt es an! Fehler lassen sich korrigieren, wenn die Geschichte stimmt. Aber die Aneinanderreihung korrekt geschriebener Wörter ergibt noch lange keine Geschichte. 

Wer sich wirklich aktiv für die Pflege der deutschen Sprache einsetzen möchte, sollte mehr lesen, mehr schreiben, mehr zuhören und mehr sprechen. Denn die beste Werbung für unsere Sprache sind – wir!

Lieblingsclips

Sesamstraße – Geheimwissen
… und am Donnerstag geht es wieder mal um ein bisschen Geheimwissen aus dem Lektoratsbüro – Tipps für Autorinnen und Autoren zum Thema E-Lektorat